{"id":2376,"date":"2014-12-30T19:47:28","date_gmt":"2014-12-30T18:47:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2376"},"modified":"2014-12-30T19:47:28","modified_gmt":"2014-12-30T18:47:28","slug":"hrolf-kraki","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2376","title":{"rendered":"Hrolf Kraki"},"content":{"rendered":"<p>Ein K\u00f6nig in D\u00e4nmark hie\u00df Hrolf Kraki, und war der ber\u00fchmteste aller K\u00f6nige der Vorzeit, dazu der mildeste, k\u00fchnste und leutseligste. Ein Beweis seiner Leutseligkeit, die in alten Sagen sehr ber\u00fchmt ist, war die\u00df. Ein armer Bursche, W\u00f6ggr genannt, kam einst in K\u00f6nig Hrolfs Halle, als der K\u00f6nig noch jung an Jahren und von zartem Wuchse war. Da ging W\u00f6ggr vor ihn stehen und sah ihn an. Da sprach der K\u00f6nig: Was willst du damit sagen, junger Gesell, da\u00df du mich so ansiehst? W\u00f6ggr antwortete: Als ich daheim war, h\u00f6rt ich sagen, K\u00f6nig Hrolf in Hledra sei der gr\u00f6ste Mann in den Nordlanden; und nun sitzt hier auf dem Hochsitz eine kleine Kr\u00e4he (Kraki), die nennen sie ihren K\u00f6nig. Da versetzte der K\u00f6nig: Du Gesell hast mir einen Namen gegeben, und ich werde Hrolf Kraki hei\u00dfen; es ist aber Gebrauch, da\u00df dem Namen eine Gabe folge. Weil ich nun sehe, da\u00df du kein Geschenk hast, das du mir zu diesem Namen geben k\u00f6nntest, oder sich f\u00fcr mich schickte, so soll dem Andern geben der da hat. Da zog er einen Goldring von der Hand und gab ihm den. Da sprach W\u00f6ggr: Du giebst als der beste aller K\u00f6nige; darum gelob ich dir, ich will des Mannes M\u00f6rder sein, der dein M\u00f6rder wird. Da sprach der K\u00f6nig lachend: \u00dcber Wenig wird W\u00f6ggr froh.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel erz\u00e4hlt man von Hrolf Krakis K\u00fchnheit. In Upsala herschte ein K\u00f6nig, Adils genannt, der Yrsa, Hrolf Krakis Mutter, zur Frau hatte. Er war in Unfrieden mit dem K\u00f6nig von Norwegen, der Ali hie\u00df. Sie k\u00e4mpften mit einander auf dem Eise des Sees, der W\u00e4nir hei\u00dft. Da sandte K\u00f6nig Adils Boten zu Hrolf Kraki, seinem Stiefsohne, da\u00df er ihm zu H\u00fclfe k\u00e4me, und versprach seinem ganzen Heere Sold so lange die Fahrt w\u00e4hrte. Und der K\u00f6nig selber sollte drei Kleinode erhalten, die er aus Schweden w\u00e4hlen w\u00fcrde. Aber Hrolf Kraki konnte ihm nicht zuziehen wegen des Kriegs, den er mit den Sachsen hatte. Doch sandte er ihm seine zw\u00f6lf Berserker. Darunter waren B\u00f6dwar Biarki, Hialti der k\u00fchne, Hwitserkr der muthige, W\u00f6ttr, Widseti und die Br\u00fcder Swipdag und Beigudr. In diesem Kriege fiel K\u00f6nig Ali und ein gro\u00dfer Theil seines Heers. Da nahm K\u00f6nig Adils dem Todten den Helm Hildiswin und seinen Hengst Hrafn. Da verlangten die Berserker Hrolf Krakis jeglicher drei Pfund Gold zu Lohn und \u00fcberdie\u00df die Kleinode, die sie f\u00fcr Hrolf Kraki gew\u00e4hlt hatten und ihm nun zu bringen verlangten. Das war der Helm Hildig\u00f6ltr, der Panzer Finsleif, an dem kein Schwert haftete, und der Goldring, der Swiagris hie\u00df und von Adils Vorfahren herkam. Aber der K\u00f6nig weigerte alle diese Kleinode und bezahlte auch nicht einmal den Lohn. Da fuhren die Berserker heim und waren \u00fcbel zufrieden. Sie berichteten die\u00df dem K\u00f6nig Hrolf, der sich sogleich bereit machte, gen Upsala zu fahren, und als er mit seinen Schiffen in den Fyriflu\u00df kam, ritt er gen Upsala, und seine zw\u00f6lf Berserker mit ihm, die da friedlos waren. Yrsa, seine Mutter, empfing ihn und folgte ihm zur Herberge; aber nicht zu des K\u00f6nigs Halle. Da wurden gro\u00dfe Feuer f\u00fcr sie angez\u00fcndet und ward \u00c4l zum Trinken gereicht. Da kamen K\u00f6nig Adils Mannen herein und trugen Scheite ins Feuer und machten es so gro\u00df, da\u00df Hrolf und den Seinen die Kleider brannten, und fragten, ob das wahr sei, da\u00df Hrolf Kraki und seine Berserker weder Feuer noch Eisen scheuten. Da sprang Hrolf Kraki auf mit allen den Seinigen und rief:<\/p>\n<p>La\u00dft uns mehren die Glut   in Adils Gemach.<\/p>\n<p>Da nahm er seinen Schild und warf ihn ins Feuer, und lief \u00fcber das Feuer, w\u00e4hrend der Schild brannte, und rief:<\/p>\n<p>Der f\u00fcrchtet kein Feuer,   der dr\u00fcber f\u00e4hrt.<\/p>\n<p>So thaten auch seine Mannen Einer nach dem Andern. Darauf nahmen sie die, welche das Feuer gesch\u00fcrt hatten und warfen sie hinein. Da kam Yrsa, gab Hrolf Kraki ein Hirschhorn mit Gold gef\u00fcllt und darin den Ring Swiagris, und bat ihn, fortzureiten zu seinem Heere. Da sprangen sie auf ihre Pferde und ritten fort \u00fcber Fyrisfeld. Da sahen sie, da\u00df K\u00f6nig Adils ihnen mit seinem Heere nachritt in voller R\u00fcstung und wollte sie t\u00f6dten. Da nahm Hrolf Kraki mit seiner Rechten Gold aus dem Horn und streute es auf den Weg. Als die Schweden das sahen, sprangen sie von den S\u00e4tteln und nahm Jeder was er bekommen konnte. Aber K\u00f6nig Adils gebot ihnen, zu reiten und ritt selber aus aller Macht. Sein Pferd hie\u00df Slungnir, das schnellste aller Pferde. Als Hrolf Kraki sah, da\u00df K\u00f6nig Adils ihn schier erritten hatte, nahm er den Ring Swiagris, warf ihn ihm zu und bat ihn, den als eine Gabe zu nehmen. K\u00f6nig Adils ritt nach dem Ringe, hob ihn mit dem Sper auf und lie\u00df ihn an den Griff niedergleiten. Da wandte sich Hrolf Kraki und als er sah, wie sich jener b\u00fcckte, sprach er: Wie ein Schwein gebogen hab ich nun den, welcher der reichste in Schweden war. Und also schieden sie. Darum hei\u00dft das Gold Krakis Saat oder Samen von Fyrisfeld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein K\u00f6nig in D\u00e4nmark hie\u00df Hrolf Kraki, und war der ber\u00fchmteste aller K\u00f6nige der Vorzeit,&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2376\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2376","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2376","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2376"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2376\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2377,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2376\/revisions\/2377"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}