{"id":2342,"date":"2014-12-27T12:41:55","date_gmt":"2014-12-27T11:41:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2342"},"modified":"2014-12-27T12:41:55","modified_gmt":"2014-12-27T11:41:55","slug":"gudhrunarhvoet-gudruns-aufreizung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2342","title":{"rendered":"Gudhr\u00fbnarhv\u00f6t (Gudruns Aufreizung)"},"content":{"rendered":"<p>Da ging Gudrun ans Meer, nachdem sie Atli get\u00f6dtet hatte. Sie ging in die See, sich umzubringen, mochte aber nicht versinken. Da ward sie von den Fluten \u00fcber den Sund getragen an das Land K\u00f6nig Jonakurs. Der nahm sie zur Ehe. Ihre S\u00f6hne waren S\u00f6rli, Erp und Hamdir. Dort wurde Swanhild, Sigurds Tochter, erzogen und J\u00f6rmunrek dem reichen zur Ehe gegeben. Bei dem war Bicki: der gab den Rath, da\u00df Randwer, des K\u00f6nigs Sohn, sie zur Ehe n\u00e4hme. Das verrieth Bicki dem K\u00f6nige. Da lie\u00df der K\u00f6nig Randwern henken und Swanhilden von Pferden zertreten. Als Gudrun die\u00df h\u00f6rte, sprach sie den S\u00f6hnen zu.<\/p>\n<p>Nie h\u00f6rt ich Worte   so herzzerschneidend,<br \/>\nAus t\u00f6dlicher Tauer   emporgetragen,<br \/>\nAls da die grimme   Gudrun die S\u00f6hne<br \/>\nZur Rache reizte   mit der Rede Sch\u00e4rfe:<\/p>\n<p>\u201eWas sitzt ihr s\u00e4umig,   verschlaft das Leben?<br \/>\nWie freut euch f\u00fcrder   noch frohes Gespr\u00e4ch,<br \/>\nDa J\u00f6rmunrek   die bl\u00fchend junge<br \/>\nVon Pferden zerstampfen lie\u00df,   eure Schwester,<br \/>\nAuf offenem Wege   von wei\u00dfen und schwarzen,<br \/>\nGrauen, gangzahmen   gotischen Rossen.<\/p>\n<p>\u201eSehr ungleich seht ihr   Gunnars Geschlechte,<br \/>\nNicht hohes Herzens   wie H\u00f6gni war.<br \/>\nIhr w\u00fcrdet ihr, w\u00e4hn ich,   nicht weigern die Rache,<br \/>\nH\u00e4ttet ihr Muth   wie meine Br\u00fcder<br \/>\nUnd hunnischer Herscher   herben Sinn.\u201c<\/p>\n<p>Da hub Hamdir an   aus hohem Muth:<br \/>\n\u201eL\u00e4\u00dfiger warst du wohl   H\u00f6gni zu loben,<br \/>\nAls er Sigurden   vom Schlaf erweckte.<\/p>\n<p>Deine Bettdecken waren,   das blauwei\u00dfe Stickwerk,<br \/>\nRoth von des Gatten Blut,   ganz von dem Schwall bedeckt.<\/p>\n<p>\u201eZu rasch warst du   mit der Rache der Br\u00fcder,<br \/>\nDie S\u00f6hne zu schlachten   mit grausamem Sinn.<br \/>\nWir k\u00f6nnten die junge nun   an J\u00f6rmunrek<br \/>\nAtlis S\u00f6hnen gesellt,   die Schwester, r\u00e4chen.<\/p>\n<p>\u201eDoch hole das Heerger\u00e4th   der Hunnenk\u00f6nige,<br \/>\nWeil zum Waffenspiel   du uns erwecktest.\u201c<\/p>\n<p>Wie gerne ging da   Gudrun zum R\u00fcstsaal,<br \/>\nKor aus den Kisten   k\u00f6niglichen Helmschmuck<br \/>\nUnd breite Br\u00fcnnen,   brachte sie den S\u00f6hnen.<br \/>\nDie Muthigen luden   den M\u00e4hren sich auf.<\/p>\n<p>Da hub Hamdir an   aus hohem Muth:<br \/>\n\u201eDir kehren nicht mehr   die Mutter zu schauen<br \/>\nDie Fechter, gef\u00e4llt   im Volk der Goten,<br \/>\nBis uns du Allen   das Erbmal r\u00fcstest,<br \/>\nSwanhilden gesamt   und deinen S\u00f6hnen.\u201c<\/p>\n<p>Ging da Gudrun,   Giukis Tochter,<br \/>\nBei Seite sitzen   mit Leid beschwert.<br \/>\nSie z\u00e4hlte der Freunde   Unf\u00e4lle sich auf<br \/>\nHin und her,   die Harmbeschwerte:<\/p>\n<p>\u201eDrei H\u00e4user hatt ich,   drei Herdgluten,<br \/>\nDrei Gatten ward ich   ins Haus begleitet.<br \/>\nSigurd allein war mir   werther als alle;<br \/>\nMeine Br\u00fcder haben   ihn umgebracht.<\/p>\n<p>\u201eSo bittern Leides   ward mir nicht Bu\u00dfe.<br \/>\nNoch mehr gedachten   sie mich zu betr\u00fcben,<br \/>\nAls mich die Edlinge   dem Atli gaben.<\/p>\n<p>\u201eDie k\u00fchnen Knaben   kos\u2019t ich herbei:<br \/>\nIch sollte nicht S\u00fchne   der Schmerzen gewinnen<br \/>\nBis ich vom Halse hieb   der Niflungen Haupt.<\/p>\n<p>\u201eDen Nornen gram   ging ich an den Strand,<br \/>\nDer Falschen Verfolgung   wollt ich entfliehn.<br \/>\nMich hoben, nicht schlangen   die hohen Wellen:<br \/>\nZu l\u00e4ngerm Leben   stieg ich ans Land.<\/p>\n<p>\u201eIm neuen Ehebett   hofft ich Verbe\u00dferung,<br \/>\nZum dritten Mal   verm\u00e4hlt einem K\u00f6nig.<br \/>\nKinder gewann ich   zu W\u00e4chtern des Erbes,<br \/>\nZu Sch\u00fctzern des Erbes   die S\u00f6hne Jonakurs.<\/p>\n<p>\u201eM\u00e4gde sa\u00dfen   um Swanhilden;<br \/>\nDer Erzeugten liebt ich   z\u00e4rtlicher keinen.<br \/>\nSo schien Swanhild   in meinen S\u00e4len<br \/>\nWie ein Sonnenstral   die Sinne labte.<\/p>\n<p>\u201eIch gab ihr Gold   und gutes Gewebe<br \/>\nEh sie gegiftet ward   ins Gotenreich.<br \/>\nDa hab ich den h\u00e4rmsten Harm empfunden,<br \/>\nAls die leuchtenden   Locken Swanhildens<br \/>\nIn den Staub stie\u00dfen   stampfende Rosse.<\/p>\n<p>\u201eDas war mir das Schwerste,   als den Sigurd sie,<br \/>\nDen siegberaubten,   mir erschlugen im Bett,<br \/>\nUnd das am Grimmsten,   da Gunnarn dort<br \/>\nDas Leben fra\u00dfen   die falschen Schlangen;<br \/>\nAber am sch\u00e4rfsten   schnitt mir ins Herz,<br \/>\nDa sie lebend zertheilten   den tadellosen.<\/p>\n<p>\u201eViel Leides gedenkt mir,   viel langen Kummers.<br \/>\nS\u00e4ume nicht, Sigurd!   dein schimmernd Ross,<br \/>\nDas laufgeschwinde,   lenk es hieher.<br \/>\nNun sitzt hier weder   Schnur noch Tochter,<br \/>\nDer Gudrun g\u00e4be   goldene Zierden.<\/p>\n<p>\u201eGedenke, Sigurd,   was wir sprachen,<br \/>\nDa wir beide   im Bette sa\u00dfen:<br \/>\nDa\u00df du kommen wollest,   K\u00fchner, zu mir<br \/>\nAus der Halle der Hel,   mich heimzuholen.<\/p>\n<p>\u201eSchlichtet nun, Jarle,   die Eichenscheite,<br \/>\nDa\u00df sie hoch sich heben   unter dem Himmel,<br \/>\nDie leidvolle Brust mir   das Feuer verbrenne,<br \/>\nVor Hitze der Harm   im Herzen schmelze.<\/p>\n<p>\u201eAllen M\u00e4nnern   werde sanfter zu Muth,<br \/>\nAllen Sch\u00f6nen   lindr es die Schmerzen,<br \/>\nWenn sie mein Harmlied   zu Ende h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ging Gudrun ans Meer, nachdem sie Atli get\u00f6dtet hatte. 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