{"id":2315,"date":"2014-12-14T11:43:06","date_gmt":"2014-12-14T10:43:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2315"},"modified":"2014-12-14T11:43:06","modified_gmt":"2014-12-14T10:43:06","slug":"sigurdharkvidha-fafnisbana-thridhja-das-dritte-lied-von-sigurd-dem-fafnirstoedter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2315","title":{"rendered":"Sigurdharkvidha Fafnisbana thridhja (Das dritte Lied von Sigurd dem Fafnirst\u00f6dter)"},"content":{"rendered":"<p>Einst geschahs, da\u00df Sigurd   Giuki besuchen kam,<br \/>\nDer junge W\u00f6lsung,   des Wurms Besieger.<br \/>\nMit beiden Br\u00fcdern   schlo\u00df er den Bund;<br \/>\nEide schwuren sich   die Unverzagten.<\/p>\n<p>Eine Maid bot man ihm   und Menge des Schatzes,<br \/>\nDie junge Gudrun,   Giukis Tochter.<br \/>\nTraulich tranken   der Tage manchen<br \/>\nSigurd der junge   und die S\u00f6hne Giukis<\/p>\n<p>Bis sie um Brynhild   zu bitten fuhren,<br \/>\nDa sich auch Sigurd   gesellte zu ihnen,<br \/>\nDer junge W\u00f6lsung,   den Weg zu zeigen;<br \/>\nSein w\u00e4re sie, wenn es   das Schicksal wollte.<\/p>\n<p>Sigurd der s\u00fcdliche   sein Schwert legt\u2019 er,<br \/>\nDie zierliche Waffe,   mitten zwischen sie.<br \/>\nEr k\u00fcsste nicht   die K\u00f6nigin,<br \/>\nDer hunische Held   hob in den Arm sie nicht;<br \/>\nDem Erben Giukis   gab er die junge.<\/p>\n<p>An seinem Leben   lag kein Tadel,<br \/>\nZu r\u00fcgen war   an dem Reinen nichts,<br \/>\nKein Fehl zu finden   noch vorzugeben.<br \/>\nInmittels gingen   grimme Nornen.<\/p>\n<p>Einsam sa\u00df sie au\u00dfen,   wenn der Abend kam,<br \/>\nIrr vor Liebe   lie\u00df sie die Rede nicht:<br \/>\n\u201eSterben will ich   oder Sigurd hegen,<br \/>\nDen alljungen Mann,   in meinem Arm.<\/p>\n<p>Die rasche Rede,   nun reut sie mich wieder:<br \/>\nSeine Gattin ist Gudrun,   da ich Gunnars bin.<br \/>\n\u00dcble Nornen schufen uns   langes Unheil.\u201c<\/p>\n<p>Oft ging sie, ganz   von Grimm erf\u00fcllt,<br \/>\n\u00dcber Eis und Gletscher,   wenn der Abend kam,<br \/>\nDa\u00df Er und Gudrun   zu Bette gingen<br \/>\nUnd Sigurd die Braut   in die Decken barg,<br \/>\nDer hunische K\u00f6nig,   und kos\u2019te der Frau.<\/p>\n<p>\u201eDie Freud ist mir entfremdet,   des Freunds entbehr ich,<br \/>\nNur Graun mag mich ergetzen   und grimmer Sinn.\u201c<\/p>\n<p>So mahnte sie den Muth   zum Mord im Zorn:<br \/>\n\u201eGanz und gar   sollst du, Gunnar, entsagen<br \/>\nMir zumal   und meinen Landen.<br \/>\nNicht froh hinfort,   werd ich, F\u00fcrst, bei dir.<\/p>\n<p>\u201eDahin will ich wieder   wo ich war zuvor,<br \/>\nZu meinen Freunden   und n\u00e4chsten Vettern.<br \/>\nDa will ich sitzen,   verschlafen mein Leben,<br \/>\nSo du den Sigurd   nicht sterben l\u00e4\u00dfest<br \/>\nUnd vielen F\u00fcrsten   furchtbar gebietest.<\/p>\n<p>\u201eFort mit dem Vater   fahre der Sohn:<br \/>\nUnweise w\u00e4r es   den jungen Wolf ziehn.<br \/>\nWelchem Manne   wird die Mordbu\u00dfe<br \/>\nZu sanfter S\u00fchne   bei des Sohnes Leben?\u201c<\/p>\n<p>Tr\u00fcbe ward Gunnar   und trauervoll,<br \/>\nSchwankendes Sinnes   sa\u00df er den langen Tag:<br \/>\nImmer noch wust er   nicht f\u00fcr gewiss<br \/>\nWas ihm am Meisten   m\u00f6chte geziemen,<br \/>\nWas ihm zu thun   das Tauglichste w\u00e4re:<br \/>\nEr wuste, des W\u00f6lsungs   w\u00fcrd er beraubt,<br \/>\nUnd konnte Sigurds   Verlust nicht verschmerzen.<\/p>\n<p>Gleich lange bedacht er   dieses wie jenes.<br \/>\nDas war selten   geschehen vordem,<br \/>\nDa\u00df der K\u00f6nigsw\u00fcrde   ein Weib entsagte.<br \/>\nDa hie\u00df er den H\u00f6gni   heischen zum Gespr\u00e4ch,<br \/>\nDenn volles Vertrauen   trug er zu dem.<\/p>\n<p>Gunnar.<br \/>\nMir ist Brynhild,   Budlis Tochter,<br \/>\nLieber als alle,   die edelste Frau.<br \/>\nDas Leben lieber   will ich la\u00dfen<br \/>\nAls der Sch\u00f6nen entsagen   und ihren Sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Hilfst du uns, H\u00f6gni,   den Helden berauben?<br \/>\nGut ist des Rheines   Gold zu besitzen,<br \/>\nIn Freude zu walten   des vielen Gutes<br \/>\nUnd ganz in Ruhe   des Gl\u00fccks zu genie\u00dfen. \u2014<\/p>\n<p>Aber H\u00f6gni   gab ihm zur Antwort:<br \/>\n\u201eDas zu vollbringen   geb\u00fchrt uns nicht:<br \/>\nMit dem Schwert zu brechen   geschworne Eide,<br \/>\nGeschworne Eide,   besiegelte Treu!<\/p>\n<p>\u201eWir wi\u00dfen auf der Welt   nicht so Gl\u00fcckliche wohnen<br \/>\nSo lange wir Viere   das Volk beherschen<br \/>\nUnd hier der hunische   Heerf\u00fchrer lebt,<br \/>\nNoch irgend auf Erden   so edle Sippe.<br \/>\nWenn ferner wir f\u00fcnf   noch F\u00fcrsten zeugten,<br \/>\nWir st\u00fcrzten die G\u00f6tter   von den Herscherst\u00fchlen.<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df von wannen   die Wege laufen:<br \/>\nBrynhild qu\u00e4lt dich:   du kannst sie nicht stillen.\u201c<\/p>\n<p>Gunnar.<br \/>\nWir wollen den Guthorm   gewinnen zum Morde,<br \/>\nDen j\u00fcngern Bruder,   der bar ist des Witzes:<br \/>\nEr hat nicht Antheil   an Eiden und Schw\u00fcren,<br \/>\nEiden und Schw\u00fcren,   besiegelter Treu. \u2014<\/p>\n<p>Leicht aufzureizen   war der \u00dcberm\u00fcthige:<br \/>\nDa stand dem Sigurd   der Stahl im Herzen.<\/p>\n<p>Rasch hob sich der Recke   zur Rache im Saal<br \/>\nUnd warf den Geer   nach dem Mordgierigen:<br \/>\nNach Guthorm flog,   dem F\u00fcrsten, kr\u00e4ftig<br \/>\nDas gl\u00e4nzende Eisen   aus des Edlings Hand.<\/p>\n<p>Entzweigespaltet   sank sein Feind:<br \/>\nHaupt und H\u00e4nde   hinflogen weit,<br \/>\nDer F\u00fc\u00dfe Theil fiel   flach auf den Boden.<\/p>\n<p>Gudrun lag,   die Gute, schlafend<br \/>\nAn Sigurds Seite   sorgenlos;<br \/>\nIhr Erwachen war   der Wonne ledig:<br \/>\nSie flo\u00df in Freyrs   Freundes Blut.<\/p>\n<p>Da schlug sie so stark   zusammen die H\u00e4nde,<br \/>\nDer Hartgeherzte   erhob im Bette sich:<br \/>\n\u201eGr\u00e4me dich, Gudrun,   so grimmig nicht,<br \/>\nBlutjunge Braut:   deine Br\u00fcder leben.<\/p>\n<p>\u201eEinen Erben hab ich,   allzujungen<br \/>\nFern zu fliehn   aus der Feinde Haus.<br \/>\nDie Helden haben   unheimlichen, schwarzen<br \/>\nNeumondsrath   n\u00e4chtlich erdacht.<\/p>\n<p>\u201eIhnen zeltet schwerlich nun,   und zeugtest du sieben,<br \/>\nSolch ein Schwester-   sohn zum Thing.<br \/>\nWohl wei\u00df ich   wie es bewandt ist:<br \/>\nAlle des Unheils   Ursach ist Brynhild.<\/p>\n<p>\u201eMich liebte die Maid   vor den M\u00e4nnern all;<br \/>\nNichts hab ich gegen   Gunnarn gethan.<br \/>\nIch schirmte die Sippe,   geschworne Eide;<br \/>\nDoch hei\u00df ich der Friedel   nun seiner Frau.\u201c<\/p>\n<p>Die K\u00f6nigin st\u00f6hnte,   der K\u00f6nig erstarb.<br \/>\nSie schlug so stark   zusammen die H\u00e4nde,<br \/>\nDa\u00df auf dem Brette   die Becher erklangen,<br \/>\nUnd hell die G\u00e4nse   im Hofe kreischten.<\/p>\n<p>Da lachte Brynhild,   Budlis Tochter,<br \/>\nAus ganzem Herzen   heute noch einmal,<br \/>\nDenn bis an ihr Bette   durchbrach den Raum<br \/>\nDer gellende Schrei   der Giukistochter.<\/p>\n<p>Anhub da Gunnar,   der Habichte F\u00fcrst:<br \/>\n\u201eSchlag kein Gel\u00e4chter auf,   Schadenfrohe,<br \/>\nHeiter in der Halle   als br\u00e4cht es dir Heil.<br \/>\nWie hast du verloren   die lautere Farbe,<br \/>\nVerderbenstifterin,   die selbst wohl verdirbt!<\/p>\n<p>\u201eDu w\u00e4rest w\u00fcrdig,   Weib, da\u00df wir hier<br \/>\nDir vor den Augen   den Atli erschl\u00fcgen,<br \/>\nDa\u00df du s\u00e4hst an dem Bruder   blutige Wunden,<br \/>\nQuellende Wunden   du k\u00f6nntest verbinden.\u201c<\/p>\n<p>Da sprach Brynhild,   Budlis Tochter:<br \/>\n\u201eWer reizt dich, Gunnar?   gerochen hast du dich.<br \/>\nDen Atli \u00e4ngstet   deine Abgunst nicht:<br \/>\nEr wird am l\u00e4ngsten   leben von euch beiden<br \/>\nUnd immer mehr   verm\u00f6gen als du.<\/p>\n<p>(\u201eLa\u00df dir sagen, Gunnar,   du selber zwar weist es,<br \/>\nWie rasch ihr euch, Recken,   beriethet zur That.<br \/>\nAlljung sa\u00df ich   und ohne Sorgen<br \/>\nMit herlicher Habe   im Hause des Bruders.<\/p>\n<p>\u201eNicht war mir Noth,   da\u00df ein Mann mich n\u00e4hme,<br \/>\nAls ihr S\u00f6hne Giukis   uns erschient im Hof,<br \/>\nAuf Hengsten ihr drei   Herscher der V\u00f6lker;<br \/>\nWahrlich mir frommte   wenig die Fahrt!<\/p>\n<p>\u201eVerhei\u00dfen hatt ich mich   dem hehren K\u00f6nig,<br \/>\nDer mit Golde sa\u00df   auf Granis R\u00fccken.<br \/>\nNicht war er euch   an den Augen gleich,<br \/>\nNicht von Antlitz   in Einem St\u00fccke,<br \/>\nObwohl Volksk\u00f6nige   euch w\u00e4hnet auch Ihr.<\/p>\n<p>\u201eDoch sagte Atli   mir das allein,<br \/>\nEr gebe die H\u00e4lfte   der Habe mir nicht,<br \/>\nDer Macht noch des Goldes,   verm\u00e4hlt denn w\u00e4r ich.<br \/>\nAuch w\u00fcrde mir nichts   des erworbenen Guts,<br \/>\nDas schon der Vater   fr\u00fch mir schenkte,<br \/>\nDes Goldes und Gutes,   das er gab dem Kind.<\/p>\n<p>\u201eDa schwankte mein Sinn   unentschieden zuerst<br \/>\nOb ich fechten sollte   und M\u00e4nner f\u00e4llen<br \/>\nIn blanker Br\u00fcnne   um des Bruders Unglimpf.<br \/>\nDas h\u00e4tte das Volk   erfahren mit Schrecken,<br \/>\nManchem Mann h\u00e4tt es   den Muth beschwert.<\/p>\n<p>\u201eDa ging ich gern   den Vergleich mit ihm ein.<br \/>\nDoch h\u00e4tt ich lieber   den Hort genommen,<\/p>\n<p>Die rothen Spangen   von Sigmunds Erben.<br \/>\nNicht mocht ich eines andern   Mannes Sch\u00e4tze:<br \/>\nDen Einen liebt\u2019 ich,   nicht Andre mehr;<br \/>\nDie Maid war nicht wankel-   m\u00fcthigen Sinns.)<\/p>\n<p>\u201eDie\u00df Alles wird Atli   dereinst befinden,<br \/>\nH\u00f6rt er von meinem   mordlichen Tod.<br \/>\nDenn wie soll ein edel   geartetes Weib<br \/>\nDas Leben f\u00fchren   mit fremdem Manne?<br \/>\nDa wird mir bald   geb\u00fc\u00dft das Leid.\u201c<\/p>\n<p>Auf stand Gunnar,   der Giukunge Trost,<br \/>\nUnd schlang die H\u00e4nde   um den Hals der Frau.<br \/>\nSie gingen alle   und einzeln ein jeder<br \/>\nAufrichtigen Herzens   ihr abzuwehren.<\/p>\n<p>Doch sich vom Halse   hielt sie Gunnarn,<br \/>\nLie\u00df sich Niemand verleiden   den langen Gang.<\/p>\n<p>Da hie\u00df er den H\u00f6gni   heischen zum Gespr\u00e4che:<br \/>\n\u201eEs sollen zusammen   in den Saal gehn die M\u00e4nner,<br \/>\nDeine mit meinen \u2014 uns dr\u00e4ngt die Noth \u2014<br \/>\nOb sie wehren m\u00f6gen   dem Mord der Frau<br \/>\nEh es vom Sprechen   zu Schlimmerm kommt;<br \/>\nMag hernach geschehen   was mu\u00df und kann.\u201c<\/p>\n<p>Aber H\u00f6gni   gab ihm zur Antwort:<br \/>\n\u201eVerleid ihr Niemand   den langen Gang<br \/>\nUnd werde sie nimmer   wiedergeboren!<br \/>\nSie kam schon krank   vor die Kniee der Mutter;<br \/>\nZu allem B\u00f6sen   geboren ist sie uns,<br \/>\nManchem Manne   zu tr\u00fcbem Muthe!\u201c<\/p>\n<p>Unwillig wandt er   sich weg vom Gespr\u00e4che,<br \/>\nWo die Schmuckreiche   die Sch\u00e4tze vertheilte.<br \/>\nDa standen sie alle   um ihre Habe,<br \/>\nBed\u00fcrftige Dirnen   und Dienstweiber.<\/p>\n<p>Der goldgepanzerten   war nicht gut zu Muth,<br \/>\nDa sie sich durchstach   mit des Stahles Sch\u00e4rfe.<br \/>\nMit Einer Seite   sank sie aufs Polster;<br \/>\nDie dolchdurchdrungene   dacht auf Rath:<\/p>\n<p>\u201eNun geht herzu,   die Gold wollen<br \/>\nUnd minderes Gut   von Mir erlangen;<br \/>\nIch gebe Jeder   goldrothen Halsschmuck,<br \/>\nSchleif und Schleier   und schimmernd Gewand.\u201c<\/p>\n<p>Alle schwiegen sie   und sannen auf Rath<br \/>\nBis endlich zur Antwort   sie einstimmig gaben:<br \/>\n\u201eWie d\u00fcrftig wir seien,   wir wollen doch leben,<br \/>\nSaalweiber bleiben   und thun was geb\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>Sinnend sprach   die linnengeschm\u00fcckte<br \/>\nJung von Jahren   jetzo das Wort:<br \/>\n\u201eNicht eine soll ungern   und unbereit<br \/>\nSterben m\u00fc\u00dfen   um meinetwillen.<\/p>\n<p>\u201eDoch brennt auf euern   Gebeinen dereinst<br \/>\nKarge Zier,   kommt ihr zu sterben<br \/>\nUnd mich heimzusuchen,   nicht herliches Gut.<\/p>\n<p>\u201eSitze nun, Gunnar,   ich will dir sagen,<br \/>\nIch lebensm\u00fcde,   dein lichtes Gemahl.<br \/>\nNicht liegt euch im Sunde   das Schiff geborgen,<br \/>\nOb Ich das Leben   verloren habe.<\/p>\n<p>\u201eSchneller als du denkst   vers\u00f6hnt sich dir Gudrun.<br \/>\nDie kluge K\u00f6nigin   hat bei dem K\u00f6nig (Alf)<br \/>\nTr\u00fcbe Gedanken   an den todten Gemahl.<\/p>\n<p>\u201eEine Maid wird geboren   aus Mutterschoo\u00dfe:<br \/>\nHeller traun   als der lichte Tag,<br \/>\nAls der Sonnenstral   wird Swanhild sein.<\/p>\n<p>\u201eEinem Helden geben   wirst du Gudrunen,<br \/>\nDie mit Gescho\u00dfen   die Krieger sch\u00e4digt.<br \/>\nNicht nach Wunsch   wird sie verm\u00e4hlt:<br \/>\nAtli soll sie   zur Ehe nehmen,<br \/>\nBudlis Geborner,   der Bruder mein.<\/p>\n<p>\u201eAn Manches mu\u00df ich denken   wie ihr mich beriethet:<br \/>\nHeillos habt ihr   mich hintergangen.<br \/>\nAller Lust war ich ledig   solang ich lebte.<\/p>\n<p>\u201eOddrunen willst du   zu eigen haben;<br \/>\nAber Atli giebt sie   zur Ehe dir nicht:<br \/>\nDa werdet ihr heimlich   zusammenhalten.<br \/>\nSie wird dich lieben,   wie ich dich w\u00fcrde,<br \/>\nH\u00e4tte das Schicksal   uns Solches geg\u00f6nnt.<\/p>\n<p>\u201eDich wird Atli   \u00fcbel strafen:<br \/>\nIn die w\u00fcste Wurmh\u00f6hle   wirst du gelegt.<\/p>\n<p>\u201eDarnach unlange   er\u00e4ugnet es sich,<br \/>\nDa\u00df Atli argen   Ausgang nimmt,<br \/>\nSein Gl\u00fcck verliert,   das Leben einb\u00fc\u00dft.<br \/>\nIhn t\u00f6dtet die grimme   Gudrun im Bette<br \/>\nMit scharfem Schwert,   die schwerbetr\u00fcbte.<\/p>\n<p>\u201eSchicklicher stiege   eure Schwester Gudrun<br \/>\nHeut auf den Holzsto\u00df   mit dem Herrn und Gemahl,<br \/>\nG\u00e4ben ihr gute   Geister den Rath<br \/>\nOder bes\u00e4\u00dfe sie   unsern Sinn.<\/p>\n<p>\u201eSchwer sprech ich schon;   doch soll Gudrun<br \/>\nDurch unsre Abgunst   nicht untergehn.<br \/>\nVon hohen Wellen   gehoben treibt sie<br \/>\nZu jenem j\u00e4hen   Jonakursstrand.<\/p>\n<p>\u201eUnentschieden sind   die S\u00f6hne Jonakurs;<br \/>\nSwanhilden sendet   sie selbst aus dem Lande,<br \/>\nDie dem Sigurd entspro\u00df   und Ihrem Schoo\u00df;<br \/>\nDa rauben ihr Bickis   R\u00e4the das Leben,<br \/>\nDenn Unheil h\u00e4ngt   \u00fcber J\u00f6rmunreks Haus.<br \/>\nSo ist Sigurds   Geschlecht vernichtet,<br \/>\nSo gr\u00f6\u00dfer und grimmer   Gudruns Leid.<\/p>\n<p>\u201eEine Bitte   bitten will ich dich;<br \/>\nIch la\u00df es im Leben   die letzte sein:<br \/>\nEine breite Burg   erbau auf dem Felde,<br \/>\nDa\u00df darauf uns   Allen Raum sei,<br \/>\nDie samt Sigurden   zu sterben kamen.<\/p>\n<p>\u201eDie Burg umzieht   mit Zelten und Schilden,<br \/>\nErlesnem Geleit   und Leichengewand,<br \/>\nUnd brennt mir den Hunen-   Gebieter zur Seite.<\/p>\n<p>\u201eDem Hunengebieter   brennt zur Seite<br \/>\nMeine Knechte mit kostbaren   Ketten geschm\u00fcckt:<br \/>\nZwei ihm zu H\u00e4upten   und zwei zu den F\u00fc\u00dfen,<br \/>\nDazu zwei Hunde   und der Habichte zwei.<br \/>\nAlso ist Alles   eben vertheilt.<\/p>\n<p>\u201eBei uns blinke   das bei\u00dfende Schwert,<br \/>\nDas ringgezierte,   so zwischen gelegt<br \/>\nWie da wir beiden   ein Bette bestiegen<br \/>\nUnd man uns nannte   mit ehlichem Namen.<\/p>\n<p>\u201eSo f\u00e4llt dem F\u00fcrsten   auf die Ferse nicht<br \/>\nDie Pforte des Saals,   die goldgeschm\u00fcckte,<br \/>\nWenn auf dem Fu\u00df ihm folgt   mein Leichengefolge.<br \/>\nUnsere Fahrt   wird nicht \u00e4rmlich sein.<\/p>\n<p>\u201eIhm folgen mit mir   der M\u00e4gde f\u00fcnf,<br \/>\nDazu acht Knechte   edeln Geschlechts,<br \/>\nMeine Milchbr\u00fcder   mit mir erwachsen,<br \/>\nDie seinem Kinde   Budli geschenkt.<\/p>\n<p>\u201eManches sprach ich;   mehr noch sagt&#8216; ich,<br \/>\nG\u00f6nnte zur Rede   der Gott mir Raum.<br \/>\nDie Stimme versagt,   die Wunden schwellen;<br \/>\nDie Wahrheit sagt ich,   so gewiss ich sterbe.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einst geschahs, da\u00df Sigurd Giuki besuchen kam, Der junge W\u00f6lsung, des Wurms Besieger. 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