{"id":2312,"date":"2014-12-14T11:36:04","date_gmt":"2014-12-14T10:36:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2312"},"modified":"2014-12-14T11:36:04","modified_gmt":"2014-12-14T10:36:04","slug":"brot-af-brynhildarkvidhu-bruchstueck-eines-brynhildenliedes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2312","title":{"rendered":"Brot af Brynhildarkvidhu (Bruchst\u00fcck (?) eines Brynhildenliedes)"},"content":{"rendered":"<p>H\u00f6gni.<br \/>\nWie bist du, Gunnar,   Giukis Erzeugter,<br \/>\nZur Rache bereit   und mordlichem Rath?<br \/>\nWas hat so Schweres   Sigurd verbrochen,<br \/>\nDa\u00df du dem K\u00fchnen   willst k\u00fcrzen das Leben?<\/p>\n<p>Gunnar.<br \/>\nMir hat Sigurd   Eide geschworen,<br \/>\nEide geschworen   und alle gebrochen.<br \/>\nTreulos t\u00e4uscht\u2019 er mich,   als er in Treue mir<br \/>\nSeine Schw\u00fcre   bew\u00e4hren sollte.<\/p>\n<p>H\u00f6gni.<br \/>\nDich hat Brynhild   B\u00f6ses zu thun<br \/>\nIm Zorn gereizt   zu Rachsucht und Mord.<br \/>\nGudrunen g\u00f6nnt sie   so gute Ehe nicht,<br \/>\nSie selbst zu besitzen,   sie missg\u00f6nnt es dir. \u2014<\/p>\n<p>Sie brieten Wolfsfleisch,   den Wurm zerschnitten sie,<br \/>\nGaben dem Guthorm   Geierfleisch<br \/>\nEhe sie mochten,   die Mordgierigen,<br \/>\nAn den hehren Helden   die H\u00e4nde legen.<\/p>\n<p>Gesunken war Sigurd   s\u00fcdlich am Rhein:<br \/>\nVon hoher Heister   schrie heiser ein Rabe:<br \/>\n\u201eIn Euch wird Atli   das Eisen r\u00f6then;<br \/>\nEure Eide   \u00fcberwinden euch, M\u00f6rder!\u201c<\/p>\n<p>Au\u00dfen stand Gudrun,   Giukis Tochter;<br \/>\nDie\u00df war das erste   Wort, das sie sprach:<br \/>\nWo s\u00e4umt nun Sigurd,   der Sieger der M\u00e4nner,<br \/>\nDa\u00df meine Freunde   zuvorderst reiten?<\/p>\n<p>Allein wars H\u00f6gni,   der Antwort gab:<br \/>\n\u201eMit dem Schwert erschlagen   den Sigurd haben wir;<br \/>\nDen Kopf h\u00e4ngt das Grauross   \u00fcber den todten K\u00f6nig.\u201c<\/p>\n<p>Da sprach Brynhild,   Budlis Tochter:<br \/>\n\u201eNun werdet ihr walten   des Lands und der Waffen:<br \/>\nDie h\u00e4tte der Hunische   beherscht allein,<br \/>\nLie\u00dft ihr das Leben   ihn l\u00e4nger behalten.<\/p>\n<p>\u201eNicht frommt\u2019 es, herschte   der F\u00fcrst noch l\u00e4nger<br \/>\n\u00dcber Giukis Erb   und der Goten Menge,<br \/>\nWenn die Schar zu durchschneiden   der S\u00f6hne f\u00fcnf,<br \/>\nDer kampfk\u00fchnen,   der K\u00f6nig hier zeugte.\u201c<\/p>\n<p>Da lachte Brynhild,   die Burg rings erscholl;<br \/>\nEs ging ihr wieder   aus ganzem Herzen:<br \/>\n\u201eLang m\u00f6gt ihr walten   des Lands und der Waffen,<br \/>\nDa ihr den k\u00fchnen   K\u00f6nig f\u00e4lltet.\u201c<\/p>\n<p>Da sprach Gudrun,   Giukis Tochter:<br \/>\n\u201eDu freust dich frech   der freveln That;<br \/>\nDoch Geister ergreifen   einst Gunnar den M\u00f6rder:<br \/>\nZ\u00fcchtigung ziemt   dem zorngrimmen Herzen.\u201c<\/p>\n<p>Am tiefen Abend \u2014 getrunken war viel<br \/>\nUnd mancher Scherzspruch   gesprochen dabei \u2014<br \/>\nBald entschliefen   die zu Bette kamen;<br \/>\nGunnar allein   von Allen wachte.<\/p>\n<p>Die F\u00fc\u00dfe bewegt\u2019 er,   sprach viel mit sich selbst;<br \/>\nDer Weiser der Wehrschar   erwog im Herzen:<br \/>\nWas sich geschw\u00e4tzig   wohl sagten die beiden,<br \/>\nAar und Rabe   auf ihrem Heimritt?<\/p>\n<p>Brynhild erwachte,   Budlis Erzeugte,<br \/>\nDer Ski\u00f6ldungen Tochter,   eh der Tag erschien:<br \/>\n\u201eNun m\u00f6gt ihr mich mahnen,   der Mord ist vollbracht!<br \/>\nMein Leid zu sagen,   oder abzula\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201eGrimmes sah ich,   Gunnar, im Schlaf:<br \/>\nIm Saal Alles todt,   ich schlief im kalten Bett,<br \/>\nDieweil du, K\u00f6nig,   kummervoll rittest<br \/>\nDie Fe\u00dfel am Fu\u00df   in der Feinde Heer:<br \/>\nSo soll, Niflungen,   nun eur Geschlecht<br \/>\nDie Macht missen,   denn meineidig seid ihr.<\/p>\n<p>\u201eSo g\u00e4nzlich, Gunnar,   verga\u00dfest dus,<br \/>\nWie das Blut in die Fu\u00dfspur   euch beiden rann!<br \/>\nNun hast du das Alles   ihm \u00fcbel gelohnt,<br \/>\nDa\u00df der F\u00fcrst der Vorderste   st\u00e4ts gefunden ward.<\/p>\n<p>\u201eKlar ward es erkannt,   da geritten kam<br \/>\nZu Mir der Muthige,   mich dir zu werben,<br \/>\nWie der Wehrscharweiser   wandellos<br \/>\nDie Eide hielt   dem jungen Helden.<\/p>\n<p>\u201eDas Schwert legte,   das goldgeschm\u00fcckte,<br \/>\nDer m\u00e4chtige K\u00f6nig   mitten zwischen uns,<br \/>\nMit Feuer au\u00dfen   die Ecken belegt,<br \/>\nMit Eitertropfen   innen bestrichen.\u201c<\/p>\n<p>Sie schwiegen Alle   still bei dem Wort.<br \/>\nKeinem gefiel   solcher Frauenbrauch,<br \/>\nWie sie mit Weinen   von dem Werk nun sprach,<br \/>\nZu dem sie lachend   die Helden lud.<\/p>\n<p>Hier ist in dem Liede gesagt von dem Tode Sigurds. Und geht es hier so zu als h\u00e4tten sie ihn drau\u00dfen get\u00f6dtet; aber Einige erz\u00e4hlen so, da\u00df sie ihn erschlugen drinnen in seinem Bette, den schlafenden. Aber deutsche M\u00e4nner sagen, da\u00df sie ihn erschlugen drau\u00dfen im Walde. Und so hei\u00dft es im alten Liede von Gudrun, da\u00df Sigurd und Giukis S\u00f6hne zum Thing geritten waren, als sie ihn erschlugen. Aber das sagen Alle einstimmig, da\u00df sie ihn treulos betrogen und ihn mordeten liegend und wehrlos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00f6gni. Wie bist du, Gunnar, Giukis Erzeugter, Zur Rache bereit und mordlichem Rath? 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