{"id":2303,"date":"2014-12-13T20:19:59","date_gmt":"2014-12-13T19:19:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2303"},"modified":"2014-12-13T20:19:59","modified_gmt":"2014-12-13T19:19:59","slug":"sigurdharkvidha-fafnisbana-oennur-das-andere-lied-von-sigurd-dem-fafnirstoedter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2303","title":{"rendered":"Sigurdharkvidha Fafnisbana \u00f6nnur (Das andere Lied von Sigurd dem Fafnirst\u00f6dter)"},"content":{"rendered":"<p>Sigurd ging zu Hialpreks Gest\u00fcte und w\u00e4hlte sich daraus einen Hengst, der seitdem Grani genannt ward. Da war zu Hialprek Regin gekommen, Hreidmars Sohn. Er war \u00fcber alle M\u00e4nner kunstreich, dabei ein Zwerg von Wuchs. Er war weise, grimm und zauberkundig. Regin \u00fcbernahm Sigurds Erziehung und Unterricht und liebte ihn sehr. Er erz\u00e4hlte dem Sigurd von seinen Voreltern und den Abenteuern, wie Odhin, H\u00f6nir und Loki einst zu Andwaris Wa\u00dferfall kamen. In diesem Wa\u00dferfall war eine Menge Fische. Ein Zwerg, der Andwari hie\u00df, war lange in dem Wa\u00dferfall in Hechtsgestalt und fing sich da Speise. \u201eOtur hie\u00df unser Bruder,\u201c sprach Regin, \u201eder fuhr oft in den Wa\u00dferfall in Otters Gestalt. Da hatte er einst einen Lachs gefangen und sa\u00df am Flu\u00dfrand und a\u00df blinzelnd. Loki warf ihn mit einem Stein zu Tode. Da dauchten sich die Asen sehr gl\u00fccklich gewesen zu sein und zogen dem Otter den Balg ab. Denselben Abend suchten sie Herberge bei Hreidmar und zeigten ihm ihre Waide. Da griffen wir sie mit Handen und legten ihnen Lebensl\u00f6sung auf: sie sollten den Otterbalg mit Gold f\u00fcllen und au\u00dfen mit rothem Golde bedecken. Da schickten sie Loki aus, des Goldes zu schaffen. Er kam zu Ran und erhielt ihr Netz und warf das Netz vor den Hecht und er lief in das Netz. Da sprach<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nWas f\u00fcr ein Fisch ists,   der in der Flut rennt,<br \/>\nKann sich vor Witz nicht wahren?<br \/>\nAus Hels Hause   l\u00f6se dein Haupt nun<br \/>\nUnd schaffe mir gl\u00e4nzende Glut.<\/p>\n<p>Der Hecht sprach:<br \/>\nAndwari hei\u00df ich,   Oin hie\u00df mein Vater;<br \/>\nDurch manchen Flu\u00dffall fuhr ich.<br \/>\nFr\u00fch f\u00fcgte mir   eine feindliche Norne,<br \/>\nIch sollt im Wa\u00dfer waten.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSage mir, Andwari,   so du anders willst<br \/>\nBei Menschen l\u00e4nger leben,<br \/>\nWelche Strafe   wird Menschens\u00f6hnen,<br \/>\nDie sich mit Lug verletzen?<\/p>\n<p>Andwari.<br \/>\nHarte Strafe   wird Menschens\u00f6hnen,<br \/>\nDie in Wadgelmir waten.<br \/>\nWer mit Unwahrheit   den Andern verl\u00fcgt,<br \/>\n\u00dcberlang schmerzen die Strafen.<\/p>\n<p>Loki sah all das Gold, das Andwari besa\u00df. Aber als dieser das Gold entrichtet hatte, hielt er einen Ring zur\u00fcck. Loki nahm ihm auch den hinweg. Da ging der Zwerg in den Stein und sprach:<\/p>\n<p>Nun soll das Gold,   das Gustr hatte,<br \/>\nZweien Br\u00fcdern   das Ende bringen<br \/>\nUnd der Edelinge   acht verderben:<br \/>\nMein Gold soll Keinem   zu Gute kommen.<\/p>\n<p>Die Asen entrichteten dem Hreidmar den Schatz, f\u00fcllten den Otterbalg und stellten ihn auf die F\u00fc\u00dfe. Da sollten die Asen das Gold darum legen und den Otter h\u00fcllen. Aber als es gethan war, ging Hreidmar hinzu und sah ein Barthaar und hie\u00df auch das h\u00fcllen. Da zog Odhin den Ring Andwara-Naut hervor und h\u00fcllte das Haar.<\/p>\n<p>Loki sprach:<br \/>\nIch gab dir das Gold,   Entgeltung ward dir,<br \/>\nHerliche, meines Hauptes.<br \/>\nDeinem Sohne schafft   es keinen Segen:<br \/>\nEs bringt euch beiden den Tod.<\/p>\n<p>Hreidmar.<br \/>\nGaben gabst du,   nicht Liebesgaben,<br \/>\nGabst nicht aus holdem Herzen.<br \/>\nEures Lebens   w\u00e4rt ihr ledig,<br \/>\nWust ich diese Gefahr zuvor.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nNoch \u00fcbler ist   was zu ahnen mich d\u00fcnkt,<br \/>\nDer K\u00fcnftigen Kampf um ein Weib.<br \/>\nUngeboren noch acht ich   die Edelinge,<br \/>\nDie um den Hort sich ha\u00dfen.<\/p>\n<p>Hreidmar.<br \/>\nDas rothe Gold   ist mir verg\u00f6nnt,<br \/>\nDenk ich, so lang ich lebe.<br \/>\nDeine Drohungen   f\u00fcrcht\u2019 ich keinen Deut;<br \/>\nAber hebt euch heim von hinnen.<\/p>\n<p>Fafnir und Regin verlangten von Hreidmar Verwandten-Bu\u00dfe wegen ihres Bruders Otur. Er aber sagte Nein dazu. Da t\u00f6dtete Fafnir seinen Vater Hreidmar mit dem Schwerte, da er schlief. Hreidmar rief seinen T\u00f6chtern:<\/p>\n<p>Lyngheid und Lofnheid!   mein Leben ist aus,<br \/>\nUm Rache traur ich Betr\u00fcbter.<\/p>\n<p>Lyngheid.<br \/>\nDie Schwester mag selten,   wenn der Vater erschlagen ist,<br \/>\nDer Br\u00fcder Verbrechen ahnden.<\/p>\n<p>Hreidmar.<br \/>\nErzieh ein M\u00e4dchen,   wolfherzige Maid,<br \/>\nEntspringt deinem Schoo\u00dfe   nicht ein Sohn;<br \/>\nGieb der Maid einen Mann,   es mahnt die Noth:<br \/>\nSo soll ihr Sohn   uns Rache schaffen.<\/p>\n<p>Da starb Hreidmar; aber Fafnir nahm das Gold all. Da verlangte auch Regin sein Vatererbe. Aber Fafnir sagte Nein dazu. Da suchte Regin Rath bei Lyngheid, seiner Schwester, wie er sein Vatererbe erlangen solle. Sie sprach:<\/p>\n<p>\u201eVom Bruder, erbitte   br\u00fcderlich<br \/>\nDas Erb und edlern Sinn.<br \/>\nNicht steht es dir zu,   mit dem Schwerte<br \/>\nVon Fafnir zu fordern das Gut.\u201c<\/p>\n<p>Diese Dinge erz\u00e4hlte Regin dem Sigurd. Jenes Tages, da er zu Regins Hause kam, ward er wohl empfangen. Regin sprach:<\/p>\n<p>Nun ist Sigmunds   Sohn gekommen,<br \/>\nDer hurtige Held,   zu unserm Haus;<br \/>\nMuth hat er mehr   als ich alter Mann:<br \/>\nBald kommt mir Kampf   von dem k\u00fchnen Wolf.<\/p>\n<p>Ich habe des heerk\u00fchnen   Helden zu pflegen,<br \/>\nDer uns ein Enkel   Yngwis kam.<br \/>\nEr wird der M\u00e4nner   M\u00e4chtigster werden.<br \/>\nLaut umweift die Welt   des Schicksals Gewebe.<\/p>\n<p>Sigurd blieb nun best\u00e4ndig bei Regin und da sagte er dem Sigurd, da\u00df Fafnir auf der Gnitahaide l\u00e4ge in Wurmsgestalt. Er hatte den \u00d6gishelm, vor dem alles Lebende sich entsetzte. Regin schuf dem Sigurd ein Schwert, Gram genannt: das war so scharf, da\u00df er es in den Rhein steckte und lie\u00df eine Wollflocke den Strom hinab treiben: da zerschnitt das Schwert die Flocke wie das Wa\u00dfer. Mit diesem Schwert schlug Sigurd Regins Ambo\u00df entzwei. Darnach reizte Regin den Sigurd, den Fafnir zu t\u00f6dten: er aber sprach:<\/p>\n<p>Laut w\u00fcrden Hundings   S\u00f6hne lachen,<br \/>\nDie um sein Leben   Eilimi brachten,<br \/>\nWenn mich, einen K\u00f6nig,   mehr verlangte<br \/>\nNach rothen Ringen   als nach Vaterrache.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Hialprek gab dem Sigurd Schiffsvolk zur Vaterrache. Da traf sie ein gewaltiges Unwetter, also da\u00df sie vor einem Vorgebirge halten musten. Ein Mann stand am Berge und sprach:<\/p>\n<p>Wer reitet dort   auf R\u00e4wils Hengsten<br \/>\n\u00dcber wilde Wogen   und wallendes Meer?<br \/>\nVon Schwei\u00dfe sch\u00e4umen   die Segelpferde:<br \/>\nDie Wellenrosse werden   den Wind nicht halten.<\/p>\n<p>Regin antwortete:<br \/>\nHier sind wir mit Sigurd   auf Seeb\u00e4umen:<br \/>\nWir fanden Fahrwind   in den Tod zu fahren.<br \/>\n\u00dcber die Schiffsschn\u00e4bel   schl\u00e4gt uns das Meer:<br \/>\nDie Flutrosse fallen;   wer fragt danach?<\/p>\n<p>Der Mann sprach:<br \/>\nHnikar hie\u00df man mich,   wenn ich Hugin erfreute,<br \/>\nJunger W\u00f6lsung,   auf der Walstatt.<br \/>\nNun magst du mich nennen   den Mann vom Berge,<br \/>\nFeng oder Fi\u00f6lnir;   Fahrt will ich schaffen.<\/p>\n<p>Da legten sie ans Land; der Mann ging aufs Schiff und beschwichtigte das Wetter.<\/p>\n<p>Sigurd sprach:<br \/>\nK\u00fcnde mir, Hnikar,   du kennst die Zeichen<br \/>\nDes Gl\u00fccks bei G\u00f6ttern und Menschen:<br \/>\nVor dem Gefecht   was ist der erfreulichste<br \/>\nAngang beim Schwerterschwingen?<\/p>\n<p>Hnikar.<br \/>\nManche sind gut,   wenn Menschen sie w\u00fcsten,<br \/>\nAng\u00e4nge beim Schwerterschwingen.<br \/>\nGut d\u00fcnkt mich zun\u00e4chst   des nachtschwarzen Raben<br \/>\nGeleit dem Lenker der Schlachten.<\/p>\n<p>Gut auch ist der Angang,   so du hinaus kommst<br \/>\nUnd stehst bereit zur Reise,<br \/>\nWenn Zwei vor dem Hofe   zum Zweikampf fertig stehn,<br \/>\nRuhmgierge Recken.<\/p>\n<p>Der Angang auch ist gut,   wenn bei der Esche<br \/>\nDu den Wolf h\u00f6rst heulen:<br \/>\n\u00dcber Helmtr\u00e4ger hast du   Sieg zu hoffen,<br \/>\nSiehst du ihn vorw\u00e4rts fahren.<\/p>\n<p>Stehe keiner   beim Kampf entgegen<br \/>\nDer sp\u00e4t scheinenden   Schwester des Mondes.<br \/>\nDie sollen siegen,   die sehen k\u00f6nnen<br \/>\nWenn das Schwertspiel beginnt,   der Schlachtkeil geordnet wird.<\/p>\n<p>Da f\u00fcrchte Gefahr,   wenn der Fu\u00df dir strauchelt,<br \/>\nSo du zum Kampfe kommst.<br \/>\nTrugdisen stehn dir   zu beiden Seiten<br \/>\nUnd wollen dich verwundet sehn.<\/p>\n<p>Gek\u00e4mmt und gewaschen   sei der K\u00e4mpfer<br \/>\nUnd halte sein Mal am Morgen:<br \/>\nUngewiss ist   wo der Abend ihn findet,<br \/>\nUnd \u00fcbel, vor der Zeit fallen.<\/p>\n<p>Sigurd hielt eine gro\u00dfe Schlacht mit Lyngwi, Hundings Sohn, und dessen Br\u00fcdern. Da fiel Lyngwi und die Br\u00fcder. Nach dem Kampfe sprach Regin:<\/p>\n<p>Nun ist der Blutaar   mit bei\u00dfendem Schwert<br \/>\nIn den R\u00fccken geschnitten   Sigmunds M\u00f6rder.<br \/>\nKein Gr\u00f6\u00dferer je   hat den Grund ger\u00f6thet<br \/>\nAller f\u00fcrstlichen Erben,   und die Raben erfreut.<\/p>\n<p>Sigurd fuhr heim zu Hialprek. Da reizte Regin den Sigurd, da\u00df er Fafnir t\u00f6dte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sigurd ging zu Hialpreks Gest\u00fcte und w\u00e4hlte sich daraus einen Hengst, der seitdem Grani genannt&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2303\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2303","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2303"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2303\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2304,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2303\/revisions\/2304"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}