{"id":2279,"date":"2014-12-13T15:33:37","date_gmt":"2014-12-13T14:33:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2279"},"modified":"2014-12-13T15:33:37","modified_gmt":"2014-12-13T14:33:37","slug":"hyndluliod-das-hyndlalied","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2279","title":{"rendered":"Hyndluliod (Das Hyndlalied)"},"content":{"rendered":"<p>Freyja.<br \/>\nWache, Maid der Maide,   meine Freundin, erwache!<br \/>\nHyndla, Schwester,   H\u00f6hlenbewohnerin.<br \/>\nNacht ists und Nebel;   reiten wir nun<br \/>\nWallhall zu,   geweihten St\u00e4tten.<\/p>\n<p>Laden Heervatern   in unsre Herzen:<br \/>\nEr g\u00f6nnt und giebt   das Gold den Werthen.<br \/>\nEr gab Hermodur   Helm und Br\u00fcnne,<br \/>\nLie\u00df den Siegmund   das Schwert gewinnen.<\/p>\n<p>Giebt Sieg den S\u00f6hnen,   giebt Andern Sold,<br \/>\nWorte Manchem   und Witz den Mannen,<br \/>\nFahrwind den Schiffern,   den Skalden Lieder,<br \/>\nMannheit und Muth   dem heitern Mann.<\/p>\n<p>Dem Th\u00f4r werd ich opfern,   werd ihn erflehen,<br \/>\nDa\u00df er g\u00fcnstig immerdar   sich dir erweise,<br \/>\nOb freilich kein Freund   der Riesenfrauen.<\/p>\n<p>Nun w\u00e4hl aus dem Stall   deiner W\u00f6lfe Einen,<br \/>\nUnd la\u00df ihn rennen   mit dem Runenhalfter.<\/p>\n<p>Hyndla.<br \/>\nDein Eber ist tr\u00e4g   G\u00f6tterwege zu treten;<br \/>\nIch will mein Ross,   das rasche, nicht satteln.<\/p>\n<p>Verschmitzt bist du, Freyja,   da\u00df du mich versuchst<br \/>\nUnd also die Augen   wendest zu uns.<br \/>\nHast du den Mann doch   dahin zum Gef\u00e4hrten,<br \/>\nOttar den jungen,   Innsteins Sohn.<\/p>\n<p>Freyja.<br \/>\nDu faselst, Hyndla,   tr\u00e4umt dir vielleicht?<br \/>\nDa\u00df du sagst, mein Geselle   sei mein Mann.<br \/>\nMeinem Eber gl\u00fchn   die goldnen Borsten,<br \/>\nDem Hildiswin,   den herlich schufen<br \/>\nDie beiden Zwerge   Dain und Nabbi.<\/p>\n<p>La\u00df uns im Sattel   sitzen und plaudern<br \/>\nUnd von den Geschlechtern   der F\u00fcrsten sprechen,<br \/>\nDen St\u00e4mmen der Helden,   die G\u00f6ttern entsprangen.<br \/>\nDar\u00fcber wetteten   um goldnes Erbe<br \/>\nOttar der junge   und Angantyr.<\/p>\n<p>Wir helfen billig,   da\u00df dem jungen Helden<br \/>\nSein Vatergut werde   nach seinen Freunden:<\/p>\n<p>Er hat mir aus Steinen   ein Haus errichtet,<br \/>\nGleich dem Glase nun   gl\u00e4nzen die Mauern,<br \/>\nSo oft tr\u00e4nkt\u2019 er sie   mit Ochsenblut.<br \/>\nImmer den Asinnen   war Ottar hold.<\/p>\n<p>Die Reihen der Ahnen   rechne nun her<br \/>\nUnd die entsprungnen   Geschlechter der F\u00fcrsten.<br \/>\nWelche sind Ski\u00f6ldunge?   welche sind Skilfinge?<br \/>\nWelche sind \u00d6dlinge?   welche sind Ynglinge?<br \/>\nWelche sind W\u00f6lfinge?   welche sind W\u00f6lsunge?<br \/>\nWer stammt von Freien?   wer stammt von Hersen<br \/>\nUnter den M\u00e4nnern,   die Midgard bewohnen?<\/p>\n<p>Hyndla.<br \/>\nOttar, du bist   von Innstein gezeugt,<br \/>\nAlf dem Alten   ist Innstein entstammt.<br \/>\nAlf von Ulfr,   Ulfr von S\u00e4far,<br \/>\nAber S\u00e4far   von Swan dem Rothen.<\/p>\n<p>Deines Vaters Mutter,   die festlich geschm\u00fcckte,<br \/>\nHle-Dis, w\u00e4hn ich,   hie\u00df sie, die Priesterin.<br \/>\nIhr Vater war Frodi,   Friant ihre Mutter.<br \/>\n\u00dcbermenschlich schien   all die\u00df Geschlecht.<\/p>\n<p>Ali war der M\u00e4nner   m\u00e4chtigster einst,<br \/>\nHalfdan der alte   der hehrste der Ski\u00f6ldungen.<br \/>\nBekannt sind die K\u00e4mpfe,   die die K\u00fchnen fochten;<br \/>\nIhre Thaten flogen   zu des Himmels Gefilden.<\/p>\n<p>Sein Schw\u00e4her Eymund half ihm,   der h\u00f6chste der M\u00e4nner,<br \/>\nDen Sygtrygg schlug er   mit kaltem Schwert.<br \/>\nAlmweig ehlicht\u2019 er,   die edle Frau;<br \/>\nAlmweig gebar ihm   achtzehn S\u00f6hne.<\/p>\n<p>Daher die Ski\u00f6ldunge,   daher die Skilfinge,<br \/>\nDaher die \u00d6dlinge,   daher die Ynglinge,<br \/>\nDaher die W\u00f6lfinge,   daher die W\u00f6lsunge,<br \/>\nDaher die Freien,   daher die Hersen,<br \/>\nDie Bl\u00fcte der M\u00e4nner,   die Midgard bewohnen.<br \/>\nDie\u00df all ist dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Hildigunna war   der Hehren Mutter,<br \/>\nSwawas Tochter   und des Seek\u00f6nigs.<br \/>\nDie\u00df ist all dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<br \/>\nDie\u00df wi\u00df und bewahre:   willst du noch mehr?<\/p>\n<p>Dag hatte Thora,   die Heldenmutter:<br \/>\nDem Stamm entstiegen   der Streiter beste:<br \/>\nFradmar und Gyrdr   und beide Freki,<br \/>\nAm, J\u00f6sur, Mar   und Alf der Alte.<br \/>\nDie\u00df wi\u00df und bewahre:   willst du noch mehr?<\/p>\n<p>Ketil ihr Freund,   der Erbe Klypis,<br \/>\nWar deiner Mutter   Muttervater.<br \/>\nFrodi ward   fr\u00fcher als Kari,<br \/>\nAber der \u00e4lteste   Alf geboren.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste war Nanna,   N\u00f6ckis Tochter,<br \/>\nIhr Sohn der Vetter   deines Vaters.<br \/>\nAlt ist die Sippe,   ich schreite weiter.<br \/>\nIch kannte beide   Brodd und H\u00f6rfi:<br \/>\nDie\u00df all ist dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Isolf und Asolf,   \u00d6lmods S\u00f6hne<br \/>\nUnd Skurhildens,   der Tochter Skeckils.<br \/>\nAuf steigt dein Ursprung   zu vielen Ahnen.<br \/>\nDie\u00df all ist dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Gunnar, Balkr,   Grimr, Ardskafi,<br \/>\nJarnski\u00f6ldr, Thorir   und Ulf, der G\u00e4hnende. \u2014<br \/>\n(Herwardr, Hi\u00f6rwardr,   Hrani, Angantyr)<br \/>\nBui und Brami,   Barri und Reifnir,<br \/>\nTindr und Tyrfinger,   zwei Haddinge:<br \/>\nDie\u00df all ist dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Zu Sorgen und Arbeit   hatte die S\u00f6hne<br \/>\nArngrim gezeugt   mit Eyfura,<br \/>\nDa\u00df Schauer und Schrecken   von Berserkerschw\u00e4rmen<br \/>\n\u00dcber Land und Meer   gleich Flammen lohten:<br \/>\nDie\u00df ist all dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Ich kannte beide,   Brodd und H\u00f6rfi<br \/>\nDort am Hofe   Hrolfs des Alten.<br \/>\nDie alle stammen   von J\u00f6rmunreck,<br \/>\nDem Eidam Sigurds \u2014   ich sage dirs \u2014<br \/>\nDes volkgrimmen,   der Fafnirn erschlug.<\/p>\n<p>So war der K\u00f6nig   dem W\u00f6lsung entstammt,<br \/>\nUnd Hi\u00f6rdisa   von Hraudungr,<br \/>\nEylimi aber   von den \u00d6dlingen.<br \/>\nDie\u00df all ist dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Gunnar und H\u00f6gni   waren Giukis Erben,<br \/>\nDesgleichen Gudrun,   Gunnars Schwester.<br \/>\nNicht war Guttorm   von Giukis Stamm,<br \/>\nGleichwohl ein Bruder   war er der beiden,<br \/>\nDie\u00df all ist dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Harald Hildetann,   Hr\u00f6reks Erzeugter,<br \/>\nDes Ringverschleudrers,   war Audas Sohn.<\/p>\n<p>Auda die \u00fcberreiche   war Iwars Tochter,<br \/>\nAber Radbard   Randwers Vater.<br \/>\nDie\u00df waren Helden   den G\u00f6ttern geweiht.<br \/>\nDie\u00df all ist dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Eilfe wurden   der Asen gez\u00e4hlt,<br \/>\nAls Baldur49 beschritt   die t\u00f6dlichen Scheite.<br \/>\nWali bew\u00e4hrte sich   werth ihn zu r\u00e4chen,30<br \/>\nDa er den M\u00f6rder   des Bruders bemeisterte.<br \/>\nDie\u00df all ist dein Geschlecht,   Ottar du Bl\u00f6der!<\/p>\n<p>Baldurn erzeugte   Buris Erbe.<br \/>\nFreyr nahm Gerda,   Gymirs Tochter,<br \/>\nDen Riesen anverwandt   und der Aurboda.37<br \/>\nSo war auch Thiassi   verwandt mit ihr,<br \/>\nDer hochm\u00fcthige Thurse,   dessen Tochter Skadi war.56<\/p>\n<p>Vieles erw\u00e4hnt ich,   mehr noch wei\u00df ich;<br \/>\nWi\u00dft und bewahrt es:   wollt ihr noch mehr?<\/p>\n<p>Von Hwednas S\u00f6hnen   war Haki der schlimmste nicht;<br \/>\nHwednas Vater   war Hi\u00f6rwardr.<br \/>\nHeidr und Hrossthiof   sind Hrimnirn entstammt.<\/p>\n<p>Von Widolf kommen   die Walen alle,<br \/>\nAlle Zaubrer sind   Wilmeidis Erzeugte.<br \/>\nDie Sudk\u00fcnstler stammen   von Swarth\u00f6fdi,<br \/>\nAber von Ymir   alle die Riesen.<\/p>\n<p>Vieles erw\u00e4hnt ich,   mehr noch wei\u00df ich;<br \/>\nWi\u00dft und bewahrt es:   wollt ihr noch mehr?<\/p>\n<p>Geboren ward Einer   am Anfang der Tage,<br \/>\nEin Wunder an St\u00e4rke,   g\u00f6ttlichen Stamms.<br \/>\nNeune gebaren ihn,   der Frieden verliehn hat,<br \/>\nDer Riesent\u00f6chter   am Erdenrand.<\/p>\n<p>Gialp gebar ihn,   Greip gebar ihn,<br \/>\nIhn gebar Eistla   und Angeyja,<br \/>\nUlfrun gebar ihn   und Eyrgiafa,<br \/>\nImdr und Atla,   und Jarnsaxa.<\/p>\n<p>Dem Sohn mehrte   die Erde die Macht,<br \/>\nWindkalte See   und Sonnenstralen.<br \/>\nVieles erw\u00e4hnt ich,   mehr noch wei\u00df ich;<br \/>\nWi\u00dft und bewahrt es:   wollt ihr noch mehr?<\/p>\n<p>Den Wolf zeugte Loki   mit Angurboda,34<br \/>\nDen Sleipnir empfing er   von Swadilfari.<br \/>\nEin Scheusal schien   das allerabscheulichste:<br \/>\nDas war von Bileistis   Bruder erzeugt.<\/p>\n<p>Ein gesottnes Herz   a\u00df Loki im Holz,<br \/>\nDa fand er halbverbrannt   das steinharte Frauenherz.<br \/>\nLopturs List kommt   von dem losen Weibe;<br \/>\nAlle Ungeth\u00fcme   sind ihm entstammt.<\/p>\n<p>Meerwogen heben sich   zur Himmelsw\u00f6lbung<br \/>\nUnd la\u00dfen sich nieder,   wenn die Luft sich abk\u00fchlt.<br \/>\nDann kommt der Schnee   und st\u00fcrmische Winde:<br \/>\nDas ist das Ende   der ewigen G\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<p>Allen \u00fcberhehr   ward Einer geboren;<br \/>\nDem Sohn mehrte   die Erde die Macht.<br \/>\nIhn r\u00fchmt man der Herscher   reichsten und gr\u00f6sten,<br \/>\nDurch Sippe gesippt   den V\u00f6lkern gesamt.<\/p>\n<p>Einst kommt ein Andrer   m\u00e4chtiger als Er;<br \/>\nDoch noch ihn zu nennen   wag ich nicht.<br \/>\nWenige werden   weiter blicken<br \/>\nAls bis Odhin   den Wolf angreift.<\/p>\n<p>Freyja.<br \/>\nReiche das \u00c4l   meinem Gast zur Erinnerung,<br \/>\nDa\u00df Bewustsein ihm w\u00e4hre   von deinen Worten<br \/>\nAm dritten Morgen,   und deiner Reden all,<br \/>\nWenn Er und Angantyr   die Ahnen z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Hyndla.<br \/>\nNun scheide von hier,   zu schlafen begehr ich:<br \/>\nWenig erlangst du   noch Liebes von mir.<br \/>\nLauf in Liebesglut   N\u00e4chte lang,<br \/>\nWie zwischen B\u00f6cken   die Ziege rennt.<\/p>\n<p>Du liefst bis zur Wuth   nach M\u00e4nnern verlangend;<br \/>\nMancher schon schl\u00fcpfte dir   unter die Sch\u00fcrze.<br \/>\nLauf in Liebesglut   N\u00e4chte lang,<br \/>\nWie zwischen B\u00f6cken   die Ziege rennt.<\/p>\n<p>Freyja.<br \/>\nDie Waldbewohnerin   umweb ich mit Feuer,<br \/>\nSo da\u00df du schwerlich   entrinnst der St\u00e4tte.<br \/>\n(Lauf in Liebesglut   N\u00e4chte lang,<br \/>\nWie zwischen B\u00f6cken   die Ziege rennt.)<\/p>\n<p>Hyndla.<br \/>\nFeuer seh ich gl\u00fchen,   die Erde flammen:<br \/>\nSein Leben mu\u00df   ein Jeder l\u00f6sen.<br \/>\nSo reiche das \u00c4l   Ottar deinem Liebling:<br \/>\nDer Meth vergeb ihm,   der giftgemischte.<\/p>\n<p>Freyja.<br \/>\nWenig verfangen   soll dein Fluch<br \/>\nObgleich du, Riesenbraut,   ihm B\u00f6ses sinnst.<br \/>\nSchl\u00fcrfen soll er   segnenden Trank:<br \/>\nOttar, dir erfleh ich   aller G\u00f6tter H\u00fclfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freyja. 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