{"id":2266,"date":"2014-12-13T15:19:09","date_gmt":"2014-12-13T14:19:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2266"},"modified":"2014-12-13T15:19:09","modified_gmt":"2014-12-13T14:19:09","slug":"fioelsvinnsmal-das-lied-von-fioelswidr","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2266","title":{"rendered":"Fi\u00f6lsvinnsm\u00e2l (Das Lied von Fi\u00f6lswidr)"},"content":{"rendered":"<p>Vor der Veste   sah er den Fremdling nahn,<br \/>\nDen Riesensitz ersteigen.<\/p>\n<p>W\u00e4chter (Fi\u00f6lswidr).<br \/>\nWelch Ungeth\u00fcm ists, das vor dem Eingang steht,<br \/>\nDie Waberlohe umwandelnd?<\/p>\n<p>Wes verlangt dich hier,   was erlauerst du?<br \/>\nWas willst du, Freundloser, wi\u00dfen?<br \/>\nAuf feuchten Wegen   hebe dich weg von hier,<br \/>\nHier ist deines Bleibens nicht, Bettler!<\/p>\n<p>Fremdling.<br \/>\nWelch Unget\u00fcm ists,   das vor dem Eingang steht,<br \/>\nUnd weigert dem Wandrer Gastrecht?<br \/>\nG\u00f6nnst du nicht Gru\u00df und Wort,   so bist du gar nichts werth:<br \/>\nHebe dich heim von hinnen.<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nFi\u00f6lswidr hei\u00df ich   und habe klugen Sinn,<br \/>\nBin meines Mals nicht milde.<br \/>\nZu diesen Mauern   magst du nicht eingehn:<br \/>\nRechtloser, hebe dich hinnen.<\/p>\n<p>Fremdling.<br \/>\nVon Augenweide   wendet sich ungern<br \/>\nWer Liebes sucht und S\u00fc\u00dfes.<br \/>\nDie G\u00fcrtung scheint zu gl\u00fchen   um goldne S\u00e4le:<br \/>\nHier m\u00f6cht ich Frieden finden.<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nWelcher Eltern Kind   bist du, Knabe, geboren;<br \/>\nWelchem Stamm entstiegen?<\/p>\n<p>Fremdling.<br \/>\nWindkaldr hei\u00df ich,   Warkaldr hie\u00df mein Vater,<br \/>\nDes Vater war Fi\u00f6lkaldr.<\/p>\n<p>Sage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWer schaltet hier   das Reich besitzend<br \/>\nMit Gut und milder Gabe?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nMenglada hei\u00dft sie,   die Mutter zeugte sie<br \/>\nMit Swafr, Thorins Sohne.<br \/>\nDie schaltet hier   das Reich besitzend<br \/>\nMit Gut und milder Gabe.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWie hei\u00dft das Gitter?   nie sahn bei den G\u00f6ttern<br \/>\nSo \u00fcble List die Leute.<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nThrymgialla (Donnerschall) hei\u00dft es,   das haben drei<br \/>\nS\u00f6hne Solblindis gemacht.<br \/>\nDie Fe\u00dfel fa\u00dft   jeden Fahrenden,<br \/>\nDer es hinweg will heben.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWie hei\u00dft die G\u00fcrtung?   nie sahn bei den G\u00f6ttern<br \/>\nSo \u00fcble List die Leute.<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nGastropnir hei\u00dft sie,   ich habe sie selber<br \/>\nAus des Lehmriesen Gliedern erbaut<br \/>\nUnd so stark gest\u00fctzt,   da\u00df sie stehen wird<br \/>\nSo lange Leute leben.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWie hei\u00dfen die Hunde?   ich hatte so grimmige<br \/>\nLange nicht im Land gesehen.<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nGifr hei\u00dft einer   und Geri der andre,<br \/>\nWeil dus zu wi\u00dfen w\u00fcnschest.<br \/>\nEilf Wachten   m\u00fc\u00dfen sie wachen<br \/>\nBis die G\u00f6tter vergehen.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nOb Einer der Menschen   eingehn m\u00f6ge<br \/>\nDieweil die schnaufenden schlafen.<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nAbwechselnd zu schlafen   war ihnen auferlegt<br \/>\nSeit sie hier W\u00e4chter wurden:<br \/>\nEiner schl\u00e4ft Tags,   der Andre Nachts,<br \/>\nUnd so mag Niemand hinein.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nGiebt es keine Kost,   sie kirre[WS 1] zu machen<br \/>\nUnd einzugehn, weil sie e\u00dfen?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nZwei Fl\u00fcgel siehst du   an Windofnirs Seiten,<br \/>\nWeil dus zu wi\u00dfen w\u00fcnschest.<br \/>\nDas ist die Kost,   sie kirre zu machen<br \/>\nUnd einzugehn weil sie e\u00dfen.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWie hei\u00dft der Baum,   der die Zweige breitet<br \/>\n\u00dcber alle Lande?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nMimameidr hei\u00dft er,   Menschen wi\u00dfen selten<br \/>\nAus welcher Wurzel er w\u00e4chst.<br \/>\nNiemand erf\u00e4hrt auch   wie er zu f\u00e4llen ist,<br \/>\nDa Schwert noch Feur ihm schadet.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWelchen Nutzen bringt   der weltkunde Baum,<br \/>\nDa Feur noch Schwert ihm schadet?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nMit seinen Fr\u00fcchten   soll man feuern,<br \/>\nWenn Weiber nicht wollen geb\u00e4ren.<br \/>\nAus ihnen geht dann   was innen bliebe:<br \/>\nSo wird er der Leute Lebensbaum.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWie hei\u00dft der Hahn   auf dem hohen Baum,<br \/>\nDer ganz von Golde gl\u00e4nzt?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nWindofnir hei\u00dft er,   der im Winde leuchtet<br \/>\nAuf Mimameidis Zweigen.<br \/>\nBeschwerden schafft er,   und schwerlich raubt<br \/>\nDen Schwarzen Wer sich zur Speise.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nIst keine Waffe,   die Windofnir m\u00f6chte<br \/>\nZu Hels Behausung senden?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nH\u00e4watein hei\u00dft der Zweig,   Loptr hat ihn gebrochen<br \/>\nVor dem Todtenthor.<br \/>\nIn eisernem Schrein   birgt ihn Sinmara<br \/>\nUnter neun schweren Schl\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nMag lebend kehren,   der nach ihm verlangt<br \/>\nUnd will die Ruthe rauben?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nLebend mag kehren,   der nach ihm verlangt<br \/>\nUnd will die Ruthe rauben,<br \/>\nWenn das er schenkt   was Wenige besitzen,<br \/>\nDer Dise des leuchtenden Lehms.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nGiebts einen Hort,   den man haben mag,<br \/>\nDer die fahle Vettel freut?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nDie blinkende Sichel   birg im Gewand,<br \/>\nDie in Widofnirs Schweife sitzt,<br \/>\nGieb sie Sinmara\u2019n,   so wird sie gerne<br \/>\nDie blutige Ruthe dir borgen.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWie hei\u00dft der Saal,   der umschlungen ist<br \/>\nWeise mit Waberlohe?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nGlut wird er genannt,   der weifend sich dreht<br \/>\nWie auf des Schwertes Spitze.<br \/>\nVon dem seligen Hause   soll man immerdar<br \/>\nNur von H\u00f6rensagen h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWer hat gebildet   was vor der Br\u00fcstung ist<br \/>\nUnter den Asens\u00f6hnen?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nUni und Iri,   Bari und Ori,<br \/>\nWarr und Wegdrasil,<br \/>\nDorri und Uri,   Dellingr und Atwardr,<br \/>\nLidskialfr, Loki.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWie hei\u00dft der Berg,   wo ich die Braut,<br \/>\nDie wundersch\u00f6ne, schaue?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nHyfiaberg hei\u00dft er,   Heilung und Trost<br \/>\nNun lange der Lahmen und Siechen.<br \/>\nGesund ward jede,   wie verj\u00e4hrt war das \u00dcbel,<br \/>\nDie den steilen erstieg.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nWie hei\u00dfen die M\u00e4dchen,   die vor Mengladas Knieen<br \/>\nEinig beisammen sitzen?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nHlif hei\u00dft Eine,   die Andere Hlifthursa,<br \/>\nDie dritte Dietwarta,<br \/>\nBi\u00f6rt und Blid,   Blidur und Frid,<br \/>\nEir und \u00d6rboda.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nSchirmen sie Alle,   die ihnen opfern,<br \/>\nWenn sie des bed\u00fcrfen?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nJeglichen Sommer,   so ihnen geschlachtet<br \/>\nWird an geweihtem Orte,<br \/>\nWelche Krankheit \u00fcberkommt   die Menschenkinder,<br \/>\nJeden nehmen sie aus N\u00f6then.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nSage mir, Fi\u00f6lswidr,   was ich dich fragen will<br \/>\nUnd zu wi\u00dfen w\u00fcnsche:<br \/>\nMag ein Mann wohl   in Mengladas<br \/>\nSanften Armen schlafen?<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nKein Mann mag   in Mengladas<br \/>\nSanften Armen schlafen,<br \/>\nSwipdagr allein:   die sonnengl\u00e4nzende<br \/>\nIst ihm verlobt seit Langem.<\/p>\n<p>Windkaldr.<br \/>\nAuf rei\u00df die Th\u00fcre,   schaff weiten Raum,<br \/>\nHier magst du Swipdagr schauen.<br \/>\nDoch frage zuvor   ob noch erfreut<br \/>\nMengladen meine Minne.<\/p>\n<p>Fi\u00f6lswidr.<br \/>\nH\u00f6re, Menglada!   ein Mann ist gekommen:<br \/>\nGeh und beschaue den Gast.<br \/>\nDie Hunde freuen sich,   das Haus erschlo\u00df sich selbst,<br \/>\nIch denke, Swipdagr sei\u2019s.<\/p>\n<p>Menglada.<br \/>\nGl\u00e4nzende Raben   am hohen Galgen<br \/>\nHacken dir die Augen aus,<br \/>\nWenn du das l\u00fcgst,   da\u00df der Verlangte endlich<br \/>\nZu meiner Halle heimkehrt.<\/p>\n<p>Von wannen kommst du?   wo warst du bisher?<br \/>\nWie hie\u00df man dich daheim?<br \/>\nNenne genau   Namen und Geschlecht,<br \/>\nBin ich als Braut dir verbunden.<\/p>\n<p>Swipdagr.<br \/>\nSwipdagr hei\u00df ich,   Solbiart hie\u00df mein Vater,<br \/>\nHer f\u00fchrten mich windkalte Wege.<br \/>\nUrdas Ausspruch   \u00e4ndert Niemand,<br \/>\nOb er unverdient auch tr\u00e4fe.<\/p>\n<p>Menglada.<br \/>\nWillkommen seist du,   mein Wunsch erf\u00fcllt sich,<br \/>\nDen Gru\u00df begleite der Kuss.<br \/>\nUnversehenes Schauen   beseligt doppelt<br \/>\nWo rechte Liebe verlangt.<\/p>\n<p>Lange sa\u00df ich   auf liebem Berge<br \/>\nDich erharrend Tag um Tag;<br \/>\nNun geschieht was ich hoffte,   da du heimgekehrt bist,<br \/>\nS\u00fc\u00dfer Freund, in meinen Saal.<\/p>\n<p>Swipdagr.<br \/>\nSehnlich Verlangen   hatt ich nach deiner Liebe<br \/>\nUnd du nach meiner Minne.<br \/>\nNun ist gewiss,   wir beide werden<br \/>\nMiteinander ewig leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der Veste 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