{"id":2254,"date":"2014-12-11T20:15:36","date_gmt":"2014-12-11T19:15:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2254"},"modified":"2014-12-11T20:15:36","modified_gmt":"2014-12-11T19:15:36","slug":"thrymskvidha-oder-hamarsheimt-thryms-sage-oder-des-hammers-heimholung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2254","title":{"rendered":"Thrymskvidha oder Hamarsheimt (Thryms-Sage oder des Hammers Heimholung)"},"content":{"rendered":"<p>Wild ward Wing-Th\u00f4r   als er erwachte<br \/>\nUnd seinen Hammer   vorhanden nicht sah.<br \/>\nEr sch\u00fcttelte den Bart,   er schlug das Haupt,<br \/>\nAllw\u00e4rts suchte   der Erde Sohn.<\/p>\n<p>Und es war sein Wort,   welches er sprach zuerst:<br \/>\n\u201eH\u00f6re nun, Loki,   und lausche der Rede:<br \/>\nWas noch auf Erden   Niemand ahnt,<br \/>\nNoch hoch im Himmel:   mein Hammer ist geraubt.\u201c<\/p>\n<p>Sie gingen zum herlichen   Hause der Freyja,<br \/>\nUnd es war sein Wort,   welches er sprach zuerst:<br \/>\n\u201eWillst du mir, Freyja,   dein Federhemd leihen,<br \/>\nOb meinen Mi\u00f6lnir   ich finden m\u00f6ge?\u201c<\/p>\n<p>Freyja.<br \/>\nIch wollt es dir geben   und w\u00e4r es von Gold,<br \/>\nDu solltest es haben   und w\u00e4r es von Silber. \u2013<\/p>\n<p>Flog da Loki,   das Federhemd rauschte,<br \/>\nBis er hinter sich hatte   der Asen Gehege<br \/>\nUnd jetzt erreichte   der Joten Reich.<\/p>\n<p>Auf dem H\u00fcgel sa\u00df Thrym,   der Thursenf\u00fcrst,<br \/>\nSchm\u00fcckte die Hunde   mit goldnem Halsband<br \/>\nUnd str\u00e4lte den M\u00e4hren   die M\u00e4hnen zurecht.<\/p>\n<p>Thrym.<br \/>\nWie stehts mit den Asen?   wie stehts mit den Alfen?<br \/>\nWas reisest du einsam   gen Riesenheim?<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchlecht stehts mit den Asen,   mit den Alfen schlecht;<br \/>\nH\u00e4ltst du Hlorridis   Hammer verborgen?<\/p>\n<p>Thrym.<br \/>\nIch halte Hlorridis   Hammer verborgen<br \/>\nAcht Rasten unter   der Erde tief,<br \/>\nUnd wieder erwerben   f\u00fcrwahr soll ihn Keiner,<br \/>\nEr br\u00e4chte denn Freyja   zur Braut mir daher.<\/p>\n<p>Flog da Loki,   das Federhemd rauschte,<br \/>\nBis er hinter sich hatte   der Riesen Gehege<br \/>\nUnd endlich erreichte   der Asen Reich.<br \/>\nDa traf er den Th\u00f4r   vor der Th\u00fcre der Halle,<br \/>\nUnd es war sein Wort,   welches er sprach zuerst:<\/p>\n<p>Hast du den Auftrag   vollbracht und die Arbeit?<br \/>\nLa\u00df hier von der H\u00f6he mich   h\u00f6ren die Kunde.<br \/>\nDem Sitzenden manchmal   mangeln Gedanken,<br \/>\nDa leicht im Liegen   die List sich ersinnt.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nIch habe den Auftrag   vollbracht und die Arbeit:<br \/>\nThrym hat den Hammer,   der Thursenf\u00fcrst;<br \/>\nUnd wieder erwerben   f\u00fcrwahr soll ihn Keiner,<br \/>\nEr br\u00e4chte denn Freyja   zur Braut ihm daher. \u2013<\/p>\n<p>Sie gingen Freyja,   die sch\u00f6ne zu finden,<br \/>\nUnd es war Th\u00f4rs Wort,   welches er sprach zuerst:<br \/>\nLege, Freyja, dir an   das br\u00e4utliche Linnen;<br \/>\nWir beide wir reisen   gen Riesenheim.<\/p>\n<p>Wild ward Freyja,   sie fauchte vor Wuth,<br \/>\nDie ganze Halle   der G\u00f6tter erbebte;<br \/>\nDer schimmernde Halsschmuck   scho\u00df ihr zur Erde:<br \/>\n\u201eMich mannstoll meinen   m\u00f6chtest du wohl,<br \/>\nReisten wir beide   gen Riesenheim.\u201c<\/p>\n<p>Bald eilten die Asen   all zur Versammlung<br \/>\nUnd die Asinnen   all zu der Sprache:<br \/>\nDar\u00fcber beriethen   die himmlischen Richter,<br \/>\nWie sie dem Hlorridi   den Hammer l\u00f6sten.<\/p>\n<p>Da hub Heimdall an,   der hellste der Asen,<br \/>\nDer weise war   den Wanen gleich:<br \/>\n\u201eDas br\u00e4utliche Linnen   legen dem Th\u00f4r wir an,<br \/>\nIhn schm\u00fccke das sch\u00f6ne,   schimmernde Halsband.<\/p>\n<p>\u201eAuch la\u00df er erklingen   Geklirr der Schl\u00fc\u00dfel<br \/>\nUnd weiblich Gewand   umwalle seine Knie;<br \/>\nEs blinke die Brust ihm   von blitzenden Steinen,<br \/>\nUnd hoch umh\u00fclle   der Schleier sein Haupt.\u201c<\/p>\n<p>Da sprach Th\u00f4r also,   der gestrenge Gott:<br \/>\n\u201eMich w\u00fcrden die Asen   weibisch schelten,<br \/>\nLegt\u2019 ich das br\u00e4utliche   Linnen mir an.\u201c<\/p>\n<p>Anhub da Loki,   Laufeyjas Sohn:<br \/>\n\u201eSchweig nur, Th\u00f4r, mit solchen Worten.<br \/>\nBald werden die Riesen   Asgard bewohnen,<br \/>\nHolst du den Hammer   nicht wieder heim.\u201c<\/p>\n<p>Das br\u00e4utliche Linnen   legten dem Th\u00f4r sie an,<br \/>\nDazu den sch\u00f6nen,   schimmernden Halsschmuck.<br \/>\nAuch lie\u00df er erklingen   Geklirr der Schl\u00fc\u00dfel,<br \/>\nUnd weiblich Gewand   umwallte sein Knie;<br \/>\nEs blinkte die Brust ihm   von blitzenden Steinen,<br \/>\nUnd hoch umh\u00fcllte   der Schleier sein Haupt.<\/p>\n<p>Da sprach Loki,   Laufeyjas Sohn:<br \/>\n\u201eNun mu\u00df ich mit dir   als deine Magd:<br \/>\nWir beide wir reisen   gen Riesenheim.\u201c<\/p>\n<p>Bald wurden die B\u00f6cke   vom Berge getrieben<br \/>\nUnd vor den gew\u00f6lbten   Wagen geschirrt.<br \/>\nFelsen brachen,   Funken stoben,<br \/>\nDa Odhins Sohn reiste   gen Riesenheim.<\/p>\n<p>Anhob da Thrym,   der Thursenf\u00fcrst:<br \/>\n\u201eAuf steht, ihr Riesen,   bestreut die B\u00e4nke,<br \/>\nUnd bringet Freyja   zur Braut mir daher,<br \/>\nDie Tochter Ni\u00f6rds   aus Noatun.<\/p>\n<p>\u201eHeimkehren mit goldnen   H\u00f6rnern die K\u00fche,<br \/>\nRabenschwarze Rinder,   dem Riesen zur Lust.<br \/>\nViel schau ich der Sch\u00e4tze,   des Schmuckes viel:<br \/>\nFehlte nur Freyja   zur Frau mir noch.\u201c<\/p>\n<p>Fr\u00fch fanden G\u00e4ste   zur Feier sich ein,<br \/>\nMan reichte reichlich   den Riesen das \u00c4l.<br \/>\nTh\u00f4r a\u00df einen Ochsen,   acht Lachse dazu,<br \/>\nAlles s\u00fc\u00dfe Geschleck,   den Frauen bestimmt,<br \/>\nUnd drei Kufen Meth   trank Sifs Gemahl.<\/p>\n<p>Anhob da Thrym,   der Thursenf\u00fcrst:<br \/>\n\u201eWer sah je Br\u00e4ute   gieriger schlingen? \u2013<br \/>\nNie sah ich Br\u00e4ute   so gierig schlingen,<br \/>\nNie mehr des Meths   ein M\u00e4dchen trinken.\u201c<\/p>\n<p>Da sa\u00df zur Seite   die schmucke Magd,<br \/>\nBereit dem Riesen   Rede zu stehn:<br \/>\n\u201eNichts geno\u00df Freyja   acht N\u00e4chte lang<br \/>\nSo sehr nach Riesenheim   sehnte sie sich.\u201c<\/p>\n<p>Kussl\u00fcstern l\u00fcftete   das Linnen der Riese;<br \/>\nDoch weit wie der Saal   schreckt\u2019 er zur\u00fcck:<br \/>\n\u201eWie furchtbar flammen   der Freyja die Augen!<br \/>\nMich d\u00fcnkt es brenne   ihr Blick wie Glut.\u201c<\/p>\n<p>Da sa\u00df zur Seite   die schmucke Magd,<br \/>\nBereit dem Riesen   Rede zu stehn:<br \/>\n\u201eAcht N\u00e4chte nicht   geno\u00df sie des Schlafes<br \/>\nSo sehr nach Riesenheim   sehnte sie sich.\u201c<\/p>\n<p>Ein trat die traurige   Schwester Thryms,<br \/>\nDie sich ein Brautgeschenk   zu erbitten wagte.<\/p>\n<p>\u201eReiche die rothen   Ringe mir dar<br \/>\nEh dich verlangt   nach meiner Liebe,<br \/>\nNach meiner Liebe   und lautern Gunst.\u201c<\/p>\n<p>Da hob Thrym an,   der Thursenf\u00fcrst:<br \/>\n\u201eBringt mir den Hammer,   die Braut zu weihen,<br \/>\nLegt den Mi\u00f6lnir   der Maid in den Schoo\u00df<br \/>\nUnd gebt uns zusammen   nach ehlicher Sitte.\u201c<\/p>\n<p>Da lachte dem Hlorridi   das Herz im Leibe,<br \/>\nAls der hartgeherzte   den Hammer erkannte.<br \/>\nThrym traf er zuerst,   den Thursenf\u00fcrsten,<br \/>\nUnd zerschmetterte ganz   der Riesen Geschlecht.<\/p>\n<p>Er schlug auch die alte   Schwester des Joten,<br \/>\nDie sich das Brautgeschenk   zu erbitten gewagt.<br \/>\nIhr schollen Schl\u00e4ge   an der Schillinge Statt<br \/>\nUnd Hammerhiebe   erhielt sie f\u00fcr Ringe.<br \/>\nSo holte Odhins Sohn   seinen Hammer wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wild ward Wing-Th\u00f4r als er erwachte Und seinen Hammer vorhanden nicht sah. 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