{"id":2251,"date":"2014-12-11T20:12:07","date_gmt":"2014-12-11T19:12:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2251"},"modified":"2014-12-11T20:12:07","modified_gmt":"2014-12-11T19:12:07","slug":"oegisdrecka-oegirs-trinkgelag","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2251","title":{"rendered":"\u00d6gisdrecka (\u00d6girs Trinkgelag)"},"content":{"rendered":"<p>\u00d6gir, der mit anderm Namen Gymir hie\u00df, bereitete den Asen ein Gastmahl, nachdem er den gro\u00dfen Ke\u00dfel erlangt hatte, wie eben gesagt ist. Zu diesem Gastmal kam Odhin und Frigg sein Weib. Th\u00f4r kam nicht, denn er war auf der Ostfahrt. Sif war zugegen, Th\u00f4rs Weib, desgleichen Bragi und Idun sein Gemahl. Auch Tyr war da, der nur Eine Hand hatte, denn der Fenriswolf hatte ihm die andre abgebi\u00dfen, als er gebunden wurde. Da war auch Ni\u00f6rd und Skadi sein Weib, Freyr und Freyja, und Widar, Odhins Sohn. Auch Loki war da und Freys Diener Beyggwir und Beyla. Da waren noch viele Asen und Alfen.<\/p>\n<p>\u00d6gir hatte zwei Diener, Funafengr und Eldir. Leuchtendes Gold diente statt brennenden Lichtes. Das \u00c4l trug sich selber auf. Der Ort hatte sehr heiligen Frieden. Alle G\u00e4ste r\u00fchmten, wie gut \u00d6girs Leute sie bedienten. Loki, der das nicht h\u00f6ren mochte, erschlug den Funafengr. Da sch\u00fcttelten die Asen ihre Schilde und rannten wider Loki und verfolgten ihn in den Wald und fuhren dann zu dem Mal. Loki kam wieder und sprach zu Eldir, den er vor dem Saale fand:<\/p>\n<p>Sage mir, Eldir,   eh du mit einem<br \/>\nFu\u00dfe vorw\u00e4rts schreitest,<br \/>\nWas f\u00fcr Tischgespr\u00e4che   tauschen hier innen<br \/>\nDer Siegg\u00f6tter S\u00f6hne?<\/p>\n<p>Eldir sprach:<br \/>\nVon Waffen reden   und ruhmvollen K\u00e4mpfen<br \/>\nDer Siegg\u00f6tter S\u00f6hne.<br \/>\nAsen und Alfen,   die hier innen sind,<br \/>\nKeiner wei\u00df von dir   ein gutes Wort.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nEin will ich treten   in \u00d6gis Hallen,<br \/>\nSelber die\u00df Gelag zu sehn.<br \/>\nSchimpf und Schande   schaff ich den Asen<br \/>\nUnd mische Gift in ihren Meth.<\/p>\n<p>Eldir.<br \/>\nWi\u00dfe, wenn du eintrittst   in \u00d6gis Halle,<br \/>\nSelber die\u00df Gelag zu sehn,<br \/>\nUnd die guten G\u00f6tter   \u00fcbergie\u00dfest mit Schmach,<br \/>\nGieb Acht, sie trocknen sie ab an dir.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nWi\u00dfe das, Eldir,   wenn mit einander wir<br \/>\nIn scharfen Worten streiten,<br \/>\n\u00dcppiger werd ich   in Antworten sein,<br \/>\nWas du auch zu reden weist.<\/p>\n<p>Da ging Loki in die Halle. Jene aber, die darinnen waren, als sie ihn eingetreten sahen, schwiegen alle still.<\/p>\n<p>Loki sprach:<br \/>\nDurstig komm ich   in diese Halle<br \/>\nLoptr den langen Weg<br \/>\nDie Asen zu bitten,   mir Einen Trunk<br \/>\nZu schenken ihres s\u00fc\u00dfen Meths.<\/p>\n<p>Warum schweigt ihr still,   verstockte G\u00f6tter,<br \/>\nUnd erwiedert nicht ein Wort?<br \/>\nSitz und Stelle   sucht mir bei dem Mal,<br \/>\nOder hei\u00dft mich hinnen weichen.<\/p>\n<p>Bragi.<br \/>\nSitz und Stelle   suchen dir bei dem Mal<br \/>\nDie Asen nun und nimmer.<br \/>\nDie Asen wi\u00dfen wohl   wem sie sollen<br \/>\nAntheil g\u00f6nnen am Gelag.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nGedenkt dir, Odhin,   wie in Urzeiten wir<br \/>\nDas Blut mischten beide?<br \/>\nDu gelobtest, nimmer   dich zu laben mit Trank,<br \/>\nW\u00fcrd er uns beiden nicht gebracht.<\/p>\n<p>Odhin.<br \/>\nSteh denn auf, Widar,  dem Vater des Wolfs<br \/>\nSitz zu schaffen beim Mal,<br \/>\nDa\u00df l\u00e4nger Loki   uns nicht l\u00e4stere<br \/>\nHier in \u00d6gis Halle.<\/p>\n<p>Da stand Widar auf und schenkte dem Loki. Als er aber getrunken hatte, sprach er zu den Asen:<\/p>\n<p>Heil euch, Asen,   Heil euch Asinnen,<br \/>\nEuch hochheiligen G\u00f6ttern all,<br \/>\nAu\u00dfer dem Asen   allein, der da sitzt<br \/>\nAuf Bragis Bank.<\/p>\n<p>Bragi.<br \/>\nSchwert und Schecken   aus meinem Schatze zahl ich<br \/>\nUnd einen Baug (Ring) zur Bu\u00dfe,<br \/>\nDa\u00df du den Asen   nicht \u00c4rgerniss gebest:<br \/>\nMache dir nicht gram die G\u00f6tter.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nRoss und Ringe,   nicht allzureich doch<br \/>\nWei\u00df ich dich, Bragi, der beiden!<br \/>\nVon Asen und Alfen,   die hier inne sind,<br \/>\nScheut Keiner so den Streit,<br \/>\nFlieht Gescho\u00dfe Keiner feiger.<\/p>\n<p>Bragi.<br \/>\nIch wei\u00df doch, war ich drau\u00dfen,   wie ich drinne bin<br \/>\nHier in \u00d6gis Halle,<br \/>\nDein Haupt h\u00e4tt ich   in meiner Hand schon;<br \/>\nAlso lohnt\u2019 ich dir der L\u00fcge.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSitzend bist du schnell,   doch schwerlich leistest dus,<br \/>\nBragi, B\u00e4nkeh\u00fcter!<br \/>\nZum Zweikampf vor,   wenn du zornig bist:<br \/>\nDer Tapfre sieht nicht um und s\u00e4umt.<\/p>\n<p>Idun.<br \/>\nIch bitte dich, Bragi,   bei deiner Gebornen<br \/>\nUnd aller W\u00fcnschels\u00f6hne Wohl,<br \/>\nSprich zu Loki nicht   mit l\u00e4sternden Worten<br \/>\nHier in \u00d6gis Halle.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig, Idun!   Von allen Frauen<br \/>\nMein ich dich die M\u00e4nnertollste:<br \/>\nDu legtest die Arme,   die leuchtenden, gleich<br \/>\nUm den M\u00f6rder eines Bruders.<\/p>\n<p>Idun.<br \/>\nZu Loki sprech ich nicht   mit l\u00e4sternden Worten<br \/>\nHier in \u00d6gis Halle;<br \/>\nDen Bragi s\u00e4nft ich,   den bierberauschten,<br \/>\nDa\u00df er im Zorn den Zweikampf meide.<\/p>\n<p>Gefion.<br \/>\nIhr Asen beide,   was ists, da\u00df ihr euch<br \/>\nMit scharfen Worten streitet?<br \/>\nLoptr tr\u00e4umt sich nicht,   da\u00df er betrogen ist,<br \/>\nIhn hier die Himmlischen ha\u00dfen.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Gefion!   sonst verge\u00df ichs nicht<br \/>\nWie dich zur Lust verlockte<br \/>\nJener wei\u00dfe Knabe,   der dir das Kleinod gab,<br \/>\nAls du den Schenkel um ihn schlangst.<\/p>\n<p>Odhin.<br \/>\nIrr bist du, Loki,   und aberwitzig,<br \/>\nWenn du Gefion gram dir machst:<br \/>\nAller Lebenden   Loo\u00dfe wei\u00df sie<br \/>\nEbenwohl als ich.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig nur, Odhin,   ungerecht zwischen<br \/>\nDen Sterblichen theilst du den Streit:<br \/>\nOftmals gabst du,   dem du nicht geben solltest,<br \/>\nDem schlechtern Manne den Sieg.<\/p>\n<p>Odhin.<br \/>\nWeist du, da\u00df ich gab,   dem ich nicht geben sollte,<br \/>\nDem schlechtern Manne den Sieg,<br \/>\nUnter der Erde   acht Winter warst du<br \/>\nMilchende Kuh und Mutter<br \/>\n[Denn du gebarest da:<br \/>\nDas d\u00fcnkt mich eines Argen Art].<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nDu schlichest, sagt man,   in Sams\u00f6 umher<br \/>\nVon Haus zu Haus als Wala.<br \/>\nVermummter Zauberer   trogst du das Menschenvolk:<br \/>\nDas d\u00fcnkt mich eines Argen Art.<\/p>\n<p>Frigg.<br \/>\nEuer Geschicke   solltet ihr nie<br \/>\nErw\u00e4hnen vor der Welt,<br \/>\nWas ihr Asen beide   in Urzeiten triebet:<br \/>\nDie fr\u00fchsten Thaten bergt dem Volk.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Frigg!   Fi\u00f6rgyns Tochter bist du<br \/>\nUnd den M\u00e4nnern allzumild,<br \/>\nDie Wili und We   als Widrirs Gemahlin<br \/>\nBeide bargst in deinem Schoo\u00df.<\/p>\n<p>Frigg.<br \/>\nWi\u00dfe, h\u00e4tt ich hier   in den Hallen \u00d6girs<br \/>\nEinen Sohn wie Baldur schnell,<br \/>\nNicht k\u00e4mst du hinaus   von den Asens\u00f6hnen,<br \/>\nDu h\u00e4ttest schon zu fechten gefunden.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nUnd willst du, Frigg,   da\u00df ich ferner gedenke<br \/>\nMeiner Meinthaten,<br \/>\nSo bin ich Schuld,   da\u00df du nicht mehr schauen wirst<br \/>\nBaldur reiten zum Rath der G\u00f6tter.<\/p>\n<p>Freyja.<br \/>\nIrr bist du, Loki,   da\u00df du selber anf\u00fchrst<br \/>\nDie schn\u00f6den Schandthaten.<br \/>\nWohl wei\u00df Frigg   Alles was sich begiebt,<br \/>\nOb sie schon es nicht sagt.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Freyja,   dich vollends kenn ich:<br \/>\nKeines Makels mangelst du;<br \/>\nDer Asen und Alfen,   die hier inne sind,<br \/>\nBist du Jedes Buhlerin.<\/p>\n<p>Freyja.<br \/>\nDeine Zunge frevelt;   doch f\u00fcrcht ich, da\u00df sie dir<br \/>\nWenig Gutes gellt.<br \/>\nAbhold sind dir die Asen   und die Asinnen,<br \/>\nUnfr\u00f6hlich f\u00e4hrst du nach Haus.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Freyja,   Gift f\u00fchrst du mit dir,<br \/>\nBist alles Unheils voll.<br \/>\nVor den G\u00f6ttern umarmtest du   den eigenen Bruder:<br \/>\nSo b\u00f6ser Wind entfuhr dir, Freyja!<\/p>\n<p>Ni\u00f6rdr.<br \/>\nDie Sch\u00f6ngeschm\u00fcckten,   das schadet nicht,<br \/>\nW\u00e4hlen M\u00e4nner wie sie m\u00f6gen;<br \/>\nDes Verworfnen Weilen   bei den Asen wundert nur,<br \/>\nDer Kinder konnte geb\u00e4ren.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Ni\u00f6rdr,   von Osten gesendet<br \/>\nAls Geisel bist du den G\u00f6ttern.<br \/>\nHymirs T\u00f6chter nahmen dich   da zum Nachtgeschirre<br \/>\nUnd machten dir in den Mund.<\/p>\n<p>Ni\u00f6rdr.<br \/>\nDes Schadens tr\u00f6stet mich,   seit ich gesendet ward<br \/>\nFernher als Geisel den G\u00f6ttern,<br \/>\nDa\u00df mir erwuchs der Sohn,   wider den Niemand ist,<br \/>\nDer f\u00fcr den Ersten der Asen gilt.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nLa\u00df endlich, Ni\u00f6rdr,   den \u00dcbermuth,<br \/>\nIch hab es l\u00e4nger nicht Hehl:<br \/>\nMit der eignen Schwester   den Sohn erzeugtest du,<br \/>\nDer eben so arg ist wie du.<\/p>\n<p>Tyr.<br \/>\nFreyr ist der beste   von allen, die Bifr\u00f6st<br \/>\nTr\u00e4gt zu der hohen Halle:<br \/>\nKeine Maid betr\u00fcbt er,   keines Mannes Weib,<br \/>\nEinen Jeden nimmt er aus N\u00f6then.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Tyr!   du taugst zum Kampfe nicht<br \/>\nZu gleicher Zeit mit Zweien.<br \/>\nDeine rechte Hand   ist dir geraubt,<br \/>\nFenrir fra\u00df sie, der Wolf.<\/p>\n<p>Tyr.<br \/>\nDer Hand mu\u00df ich darben;   so darbst du Fenrirs.<br \/>\nEins ist schlimm wie das andre;<br \/>\nAuch der Wolf ist freudenlos:   gefe\u00dfelt erwartet er<br \/>\nDer Asen Untergang.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Tyr!   deinem Weibe geschahs,<br \/>\nDa\u00df sie von mir ein Kind bekam.<br \/>\nNicht Pfenningsbu\u00dfe   empfingst du f\u00fcr die Schmach:<br \/>\nHabe dir das, du Hanrei!<\/p>\n<p>Freyr.<br \/>\nGefe\u00dfelt liegt Fenrir   vor des Flu\u00dfes Ursprung<br \/>\nBis die G\u00f6tter vergehen.<br \/>\nSo soll auch dir geschehn,   wenn du nicht schweigen wirst<br \/>\nEndlich, Unheilschmied.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nMit Gold erkauftest du   Gymirs Tochter<br \/>\nUnd gabst dem Skirnir dein Schwert.<br \/>\nWenn aber Muspels S\u00f6hne   durch Myrkwidr reiten,<br \/>\nWomit willst du streiten, Unselger?<\/p>\n<p>Beyggwir.<br \/>\nW\u00e4r ich so edeln Stamms   als Yngwi-Freyr,<br \/>\nUnd h\u00e4tte so erhabnen Sitz,<br \/>\nMorscher als Mark   malmt\u2019 ich dich, freche Kr\u00e4he,<br \/>\nUnd l\u00e4hmte dir alle Gelenke.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nWas ist Winziges dort,   das ich wedeln sehen<br \/>\nNach Speise schnappend?<br \/>\nDem Freyr in die Ohren   bl\u00e4st es immerdar,<br \/>\nUnd m\u00fcht sich mit M\u00e4gdearbeit.<\/p>\n<p>Beyggwir.<br \/>\nBeyggwir bin ich,   bieder r\u00fchmen mich<br \/>\nDie Asen all und Menschen.<br \/>\nBehende helf ich hier,   da\u00df Hropts Freunde trinken<br \/>\n\u00c4l in \u00d6gis Halle.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Beyggwir,   \u00fcbel verstehst du<br \/>\nDer M\u00e4nner Mal zu ordnen.<br \/>\nUnterm Bettstroh   verbargst du dich feige,<br \/>\nWenn es zum Kampfe kam.<\/p>\n<p>Heimdal.<br \/>\nTrunken bist du, Loki!   vertrankst den Verstand:<br \/>\nLa\u00df endlich ab, Loki,<br \/>\nDenn im Rausche   reden die Leute viel<br \/>\nUnd wi\u00dfen nicht was.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Heimdal!   In der Sch\u00f6pfung Beginn<br \/>\nWard dir ein leidig Loo\u00df.<br \/>\nMit feuchtem R\u00fccken   f\u00e4ngst du den Thau auf<br \/>\nUnd wachst der G\u00f6tter W\u00e4rter!<\/p>\n<p>Skadi.<br \/>\nLustig bist du, Loki;   doch lange magst du nicht<br \/>\nSpielen mit losem Schweif,<br \/>\nDa auf die scharfe Kante   des kalten Vetters bald<br \/>\nMit D\u00e4rmen dich die G\u00f6tter binden.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nWenn auf die scharfe Kante   des reifkalten Vetters<br \/>\nSie mich mit D\u00e4rmen binden bald,<br \/>\nSo war ich der erste   und auch der eifrigste,<br \/>\nAls es Thiassi zu t\u00f6dten galt.<\/p>\n<p>Skadi.<br \/>\nWarst du der erste   und auch der eifrigste,<br \/>\nAls es Thiassi zu t\u00f6dten galt,<br \/>\nSo soll aus meinem Hof   und Heiligtum<br \/>\nImmer kalter Rath dir kommen.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nGelinder sprachst du   zu Laufeyjas Sohn,<br \/>\nAls du mich auf dein Lager ludst.<br \/>\nDessen gedenk ich nun,   da es genauer gilt<br \/>\nUnsre Meinthaten zu melden.<\/p>\n<p>Da trat Sif vor und schenkte dem Loki Meth in den Eiskelch und sprach:<\/p>\n<p>Heil dir nun, Loki,   den Eiskelch lang ich dir<br \/>\nFirnen Methes voll,<br \/>\nDa\u00df du mich eine doch   von den Asenkindern<br \/>\nUngel\u00e4stert la\u00dfest.<\/p>\n<p>Jener nahm den Kelch, trank und sprach:<\/p>\n<p>Du einzig bliebst verschont,   w\u00e4rest du immer keusch<br \/>\nUnd dem Gatten   ergeben gewesen.<br \/>\nEinen wei\u00df ich   und wei\u00df ihn gewiss,<br \/>\nDer auch den Hlorridi   zum Hanrei machte.61<br \/>\n[Und das war der listige Loki.]<\/p>\n<p>Beyla.<br \/>\nAlle Felsen beben,   von der Bergfahrt kehrt<br \/>\nHlorridi heim.<br \/>\nZum Schweigen bringt er den,   der hier mit Schmach bel\u00e4dt<br \/>\nDie G\u00f6tter all und G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nSchweig du, Beyla!   du bist Beyggwirs Weib<br \/>\nUnd aller Unthat voll.<br \/>\nKein \u00e4rger Ungeheuer   ist unter den Asenkindern,<br \/>\nGanz bist du mit Schmutz besudelt.<\/p>\n<p>Da kam Th\u00f4r an und sprach:<\/p>\n<p>Schweig, unreiner Wicht,   sonst soll mein Hammer<br \/>\nMi\u00f6lnir den Mund dir schlie\u00dfen.<br \/>\nVom Halse hau ich dir   die Schulterh\u00fcgel,<br \/>\nDa\u00df dich das Leben l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nDer Erde Sohn   ist eingetreten:<br \/>\nNun kannst du knirschen, Th\u00f4r;<br \/>\nDoch wenig wagst du,   wenn du den Wolf bestehen sollst,<br \/>\nDer den Siegvater schlingt.<\/p>\n<p>Th\u00f4r.<br \/>\nSchweig, unreiner Wicht,   sonst soll mein Hammer<br \/>\nMi\u00f6lnir den Mund dir schlie\u00dfen.<br \/>\nOder auf   gen Osten werf ich dich,<br \/>\nDa\u00df kein Mann dich mehr erschaut.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nDeine Ostfahrten   w\u00fcrden unbesprochen<br \/>\nAllzeit be\u00dfer bleiben,<br \/>\nSeit im D\u00e4umling du, K\u00e4mpe,   des Handschuhs kauertest<br \/>\nUnd selbst nicht meintest Th\u00f4r zu sein.<\/p>\n<p>Th\u00f4r.<br \/>\nSchweig, unreiner Wicht,   sonst soll mein Hammer<br \/>\nMi\u00f6lnir den Mund dir schlie\u00dfen.<br \/>\nMit Hrungnis T\u00f6dter trifft diese Hand dich<br \/>\nUnd bricht dir alle Gebeine.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nNoch lange Jahre   zu leben denk ich<br \/>\nTrotz deiner Hammerhiebe.<br \/>\nHart schienen dir   Skrymis Knoten;<br \/>\nDu mustest der Malzeit darben<br \/>\nOb du vor Hei\u00dfhunger vergingst.<\/p>\n<p>Th\u00f4r.<br \/>\nSchweig, unreiner Wicht,   sonst soll mein Hammer<br \/>\nMi\u00f6lnir den Mund dir schlie\u00dfen.<br \/>\nHrungnis T\u00f6dter   schickt dich zu Hel hinab<br \/>\nHinter der Todten Gitterthor.<\/p>\n<p>Loki.<br \/>\nIch sang vor Asen,   sang vor Asens\u00f6hnen<br \/>\nWas ich auf dem Herzen hatte.<br \/>\nNun wend ich mich weg:   dir weich ich allein,<br \/>\nDenn ich zweifle nicht, da\u00df du zuschl\u00e4gst.<\/p>\n<p>Ein Mahl gabst du, \u00d6gir;   nicht mehr hinfort<br \/>\nWirst du die G\u00f6tter bewirthen.<br \/>\nAll dein Eigentum,   das hier innen ist,<br \/>\nFri\u00dft die Flamme<br \/>\nUnd raschelt dir \u00fcber den R\u00fccken.<\/p>\n<p>Darauf nahm Loki die Gestalt eines Lachses an und entsprang in den Wa\u00dferfall Franangr. Da fingen ihn die Asen und banden ihn mit den Ged\u00e4rmen seines Sohnes Nari. Sein anderer Sohn Narfi aber ward in einen Wolf verwandelt. Skadi nahm eine Giftschlange und hing sie auf \u00fcber Lokis Antlitz. Der Schlange enttr\u00e4ufelte Gift. Sigyn, Lokis Weib, setzte sich neben ihn und hielt eine Schale unter die Gifttropfen. Wenn aber die Schale voll war, trug sie das Gift hinweg: unterdessen tr\u00e4ufelte das Gift in Lokis Angesicht, wobei er sich so stark wand, da\u00df die ganze Erde zitterte. Das wird nun Erdbeben genannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6gir, der mit anderm Namen Gymir hie\u00df, bereitete den Asen ein Gastmahl, nachdem er den&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2251\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2251","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2251"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2251\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2252,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2251\/revisions\/2252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}