{"id":2248,"date":"2014-12-11T20:01:08","date_gmt":"2014-12-11T19:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2248"},"modified":"2014-12-11T20:01:08","modified_gmt":"2014-12-11T19:01:08","slug":"hymiskvidha-die-sage-von-hymir","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2248","title":{"rendered":"H\u0177miskvidha (Die Sage von Hymir)"},"content":{"rendered":"<p>Einst nahmen die Walg\u00f6tter   die erwaideten Thiere<br \/>\nZu schlemmen gesonnen   noch unges\u00e4ttigt:<br \/>\nSie sch\u00fcttelten St\u00e4be,   besahen das Opferblut,<br \/>\nUnd fanden, \u00d6girn   fehle der Brauke\u00dfel.<\/p>\n<p>Sa\u00df der Felswohner   froh wie ein Kind,<br \/>\nDoch \u00e4hnlich eher   der dunkeln Abkunft.<br \/>\nIhm in die Augen   sah Odhins Sohn:<br \/>\n\u201eGieb alsbald   den G\u00f6ttern Trank.\u201c<\/p>\n<p>Der Ungest\u00fcme   schuf Angst dem Riesen;<br \/>\nDoch rasch erdachte der   Rach an den G\u00f6ttern:<br \/>\nEr ersuchte Sifs Gatten:   \u201eSchaff mir den Ke\u00dfel,<br \/>\nSo brau ich alsbald   das Bier euch darin.\u201c<\/p>\n<p>Den mochten nicht   die m\u00e4chtigen G\u00f6tter<br \/>\nIrgendwo finden,   die F\u00fcrsten des Himmels,<br \/>\nBis Tyr dem Hlorridi   getreulich sagte,<br \/>\nIhm allein,   Auskunft und Rath:<\/p>\n<p>\u201eIm Osten wohnt   der Eliwagar5<br \/>\nDer hundweise Hymir   an des Himmels Ende.<br \/>\nEinen Ke\u00dfel hat   mein kraftreicher Vater,<br \/>\nEin r\u00e4umig Gef\u00e4\u00df,   einer Raste tief.\u201c<\/p>\n<p>Meinst du, den Saftsieder   sollten wir haben? \u2013<br \/>\n\u201eMit List gelingt es   ihn zu erlangen.\u201c<br \/>\nSie fuhren schleunig   denselben Tag<br \/>\nVon Asgard hin   zu des \u00dcbeln Haus.<\/p>\n<p>Selbst stallt\u2019 er die B\u00f6cke,   die stattlich geh\u00f6rnten;<br \/>\nSie eilten zur Halle,   die Hymir bewohnte.<br \/>\nDer Sohn fand die Ahne,   die er ungern sah;<br \/>\nSie hatte der H\u00e4upter   neunmal hundert.<\/p>\n<p>Eine andre kam   allgolden hervor,<br \/>\nWei\u00dfbrauig, und brachte   das Bier dem Sohn.<\/p>\n<p>\u201eVerwandte der Riesen,   ich will euch beide,<br \/>\nIhr k\u00fchnen M\u00e4nner,   unter Ke\u00dfeln bergen.<br \/>\nManches Mal   ist mein Geselle<br \/>\nG\u00e4sten gram   und grimmen Muthes.\u201c<\/p>\n<p>Der \u00fcbel Gesinnte   sp\u00e4t Abends kam,<br \/>\nDer hartmuthge Hymir,   heim von der Jagd.<br \/>\nEr ging in den Saal,   die Gletscher dr\u00f6hnten;<br \/>\nIhm war, als er kam,   der Kinnwald gefroren.<\/p>\n<p>\u201eHeil dir, Hymir,   sei hohen Muths:<br \/>\nDer Sohn ist gekommen   in deinen Saal,<br \/>\nDen wir erwartet   von langem Wege.<br \/>\nIhm folgt hieher   der Freund der Menschen,<br \/>\nUnser Widersacher,   Weor genannt.<\/p>\n<p>\u201eDu siehst sie sitzen   an des Saales Ende;<br \/>\nSo bangen sie,   da\u00df die S\u00e4ule sie birgt.\u201c<br \/>\nDie S\u00e4ule zersprang   von des Riesen Sehe,<br \/>\nUnd entzweigebrochen   sah man den Balken.<\/p>\n<p>Acht Ke\u00dfel fielen,   und einer nur,<br \/>\nEin hart geh\u00e4mmerter,   kam heil herab.<br \/>\nVorgingen die G\u00e4ste;   der graue Riese<br \/>\nFa\u00dft\u2019 ins Auge   den Feind sich scharf.<\/p>\n<p>Wenig Gutes sagte   der Geist ihm voraus,<br \/>\nAls der Troldenbetr\u00fcber   in den Vorsaal trat.<br \/>\nDa sah man Stiere   drei geschlachtet,<br \/>\nDie alsbald zu braten   gebot der Riese.<\/p>\n<p>Man lie\u00df um den Kopf   sie k\u00fcrzen beide<br \/>\nUnd setzte sie   zum Sieden ans Feuer.<br \/>\nSifs Gemahl,   eh er schlafen ging,<br \/>\nZwei Ochsen Hymirs   verzehrt\u2019 er allein.<\/p>\n<p>Da schien dem grauen   Gesellen Hrungnirs<br \/>\nHlorridis Malzeit   so m\u00e4\u00dfig nicht:<br \/>\n\u201eNun m\u00fc\u00dfen wir drei   uns morgen Abend<br \/>\nMit des Waidwerks Gewinn   selber bewirthen.\u201c<\/p>\n<p>Bereit war Weor   ins Wa\u00dfer zu rudern,<br \/>\nWenn der k\u00fchne J\u00f6tun   den K\u00f6der g\u00e4be.<br \/>\n\u201eGeh hin zur Heerde,   wenn du das Herz hast,<br \/>\nZerschmettrer des Berggeschlechts,   und suche den K\u00f6der.<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df gewiss,   dir wird nicht schwer<br \/>\nDie Lockspeise   vom Stier zu erlangen.\u201c<br \/>\nZum Walde wandte   sich Weor alsbald:<br \/>\nDa fand er stehen   allschwarzen Stier.<\/p>\n<p>Der Thursent\u00f6dter,   abbrach er dem Thiere<br \/>\nDer beiden H\u00f6rner   erhabnen Sitz.<br \/>\n\u201eIm Schaffen scheinst du   schlimmer um Vieles,<br \/>\nLenker der Kiele,   als in bequemer Ruh.\u201c<\/p>\n<p>Da bat der B\u00f6cke   Gebieter den Affengott,<br \/>\nFerner in die Flut   das Seeross zu f\u00fchren.<br \/>\nAber der J\u00f6tun   gab ihm zur Antwort,<br \/>\nIhn l\u00fcste wenig   noch l\u00e4nger zu rudern.<\/p>\n<p>Da hob am Hamen   Hymir der starke<br \/>\nZwei Wallfische   aus den Wellen allein.<br \/>\nAm Steuer inzwischen   Odhins Erzeugter,<br \/>\nFestigte listig   ein Fischseil Weor.<\/p>\n<p>An die Angel steckte   der Irdischen G\u00f6nner<br \/>\nAls K\u00f6der den Stierkopf   zum Kampf mit dem Wurm.<br \/>\nG\u00e4hnend haschte   der gottverha\u00dfte<br \/>\nErdumg\u00fcrter34. 48   nach solcher Atzung.<\/p>\n<p>Tapfer zog   Th\u00f4r der gewaltige<br \/>\nDen schimmernden Giftwurm   zum Schiffsrand auf.<br \/>\nDas h\u00e4\u00dfliche Haupt   mit dem Hammer traf er,<br \/>\nDas felsenfeste,   dem Freunde des Wolfs.<\/p>\n<p>Felsen krachten,   Kl\u00fcfte heulten,<br \/>\nDie alte Erde   fuhr \u00e4chzend zusammen:<br \/>\nDa senkte sich   in die See der Fisch.<\/p>\n<p>Nicht geheuer wars   auf der Heimkehr dem Riesen:<br \/>\nDer starke Hymir   verstummte ganz;<br \/>\nWider den Wind nur   wandt\u2019 er das Ruder:<\/p>\n<p>\u201eWillst du die H\u00e4lfte   haben der Arbeit:<br \/>\nEntweder die Wallfische   zur Wohnung tragen,<br \/>\nOder das Boot   fest binden am Ufer?\u201c<\/p>\n<p>Hlorridi ging   und ergriff am Steven,<br \/>\nOhn erst auszusch\u00f6pfen   das Schiff erfa\u00dft\u2019 er<br \/>\nAllein mit Rudern   und Sch\u00f6pfger\u00e4th;<br \/>\nTrug auch die Fische   des Thursen heim<br \/>\nIn das ke\u00dfelgleiche   Berggekl\u00fcft.<\/p>\n<p>Aber der J\u00f6tun,   wie immer trotzig,<br \/>\nMit Th\u00f4r um die St\u00e4rke   stritt er aufs Neu:<br \/>\nDer Macht ermangle   der Mann, wie er rudre,<br \/>\nK\u00f6nn er dort   den Kelch nicht zerbrechen.<\/p>\n<p>Als der dem Hlorridi   zu H\u00e4nden kam,<br \/>\nZerst\u00fcckt\u2019 er den starrenden   Stein damit:<br \/>\nSitzend schleudert\u2019 er   durch S\u00e4ulen den Kelch;<br \/>\nIn Hymirs Hand   doch kehrt\u2019 er heil.<\/p>\n<p>Aber die freundliche   Frille lehrt\u2019 ihn<br \/>\nWohl wichtgen Rath;   sie wust ihn allein:<br \/>\n\u201eWirf ihn an Hymirs Haupt:   h\u00e4rter ist das<br \/>\nDem kostm\u00fcden J\u00f6tun   als ein Kelch mag sein.\u201c<\/p>\n<p>Der B\u00f6cke Gebieter   bog die Kniee<br \/>\nMit aller Asenkraft   angethan:<br \/>\nHeil dem H\u00fcnen   blieb der Helmsitz;<br \/>\nDoch brach alsbald   der Becher entzwei.<\/p>\n<p>\u201eDie liebste Lust   verloren wei\u00df ich,<br \/>\nDa mir der Kelch   vor den Knieen liegt.<br \/>\nOft sagt\u2019 ich ein Wort;   nicht wieder sag ichs<br \/>\nVon heut an je;   zu hei\u00df ist der Trank!<\/p>\n<p>\u201eNoch m\u00f6gt ihr versuchen   ob ihr Macht habt,<br \/>\nAus der Halle hinaus   zu heben die Kufe.\u201c<br \/>\nZwei Mal ihn zu r\u00fccken   m\u00fchte sich Tyr:<br \/>\nDes Ke\u00dfels Wucht   stand unbewegt.<\/p>\n<p>Aber Modis Vater   erfa\u00dft\u2019 ihn am Rand,<br \/>\nStieg vom Estrich   in den untern Saal.<br \/>\nAufs Haupt den Hafen   hob sich Sifs Gemahl;<br \/>\nAn den Kn\u00f6cheln klirrten ihm   die Ke\u00dfelringe.<\/p>\n<p>Sie fuhren lange   eh l\u00fcstern ward<br \/>\nOdhins Sohn   sich umzuschauen:<br \/>\nDa sah er aus H\u00f6hlen   mit Hymir von Osten<br \/>\nVolk ihm folgen   vielgehauptet.<\/p>\n<p>Da harrt\u2019 er und hob   den Hafen von den Schultern,<br \/>\nSchwang den mordlichen   Mi\u00f6lnir entgegen<br \/>\nUnd f\u00e4llte sie all,   die Felsunget\u00fcme,<br \/>\nDie ihn anliefen   in Hymirs Geleit.<\/p>\n<p>[Sie fuhren nicht lange,   so lag am Boden<br \/>\nVon Hlorridis B\u00f6cken   halbtodt der eine.<br \/>\nScheu vor den Str\u00e4ngen   schleppt\u2019 er den Fu\u00df:<br \/>\nDas hatte der listige   Loki verschuldet.<\/p>\n<p>Doch h\u00f6rtet ihr wohl   (wer hat davon<br \/>\nDer Gottesgelehrten   ganze Kunde?),<br \/>\nWelche Bu\u00df er empfing   von dem Bergbewohner:<br \/>\nDen Schaden zu s\u00fchnen   gab er der S\u00f6hne zwei.]<\/p>\n<p>Kraftger\u00fcstet   kam er zum G\u00f6ttermal<br \/>\nUnd hatte den Hafen,   den Hymir bese\u00dfen.<br \/>\nDaraus sollen trinken   die seligen G\u00f6tter<br \/>\n\u00c4l in \u00d6girs Haus   jede Leinernte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einst nahmen die Walg\u00f6tter die erwaideten Thiere Zu schlemmen gesonnen noch unges\u00e4ttigt: Sie sch\u00fcttelten St\u00e4be,&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2248\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2248","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2248"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2249,"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2248\/revisions\/2249"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tlausl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}