{"id":2235,"date":"2014-12-11T19:26:02","date_gmt":"2014-12-11T18:26:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2235"},"modified":"2014-12-11T19:26:02","modified_gmt":"2014-12-11T18:26:02","slug":"hrafnagaldr-odhins-odhins-rabenzauber","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2235","title":{"rendered":"Hrafnagaldr \u00d4dhins (Odhins Rabenzauber)"},"content":{"rendered":"<p>Allvater waltet, \u00a0 Alfen verstehn,<br \/>\nWanen wi\u00dfen, \u00a0 Nornen weisen,<br \/>\nIwidie n\u00e4hrt, \u00a0 Menschen dulden,<br \/>\nThursen erwarten, \u00a0 Walk\u00fcren trachten.<\/p>\n<p>Die Asen ahnten \u00a0 \u00fcbles Verh\u00e4ngnis,<br \/>\nVerwirrt von widrigen \u00a0 Winken der Seherin.<br \/>\nUrda sollte \u00a0 Odhr\u00e4rir bewachen,<br \/>\nWenn sie w\u00fc\u00dfte so gro\u00dfem \u00a0 Schaden zu wehren.<\/p>\n<p>Auf hub sich Hugin\u00a0den Himmel zu suchen;<br \/>\nUnheil f\u00fcrchteten \u00a0 die Asen, verweil er.<br \/>\nThrains Ausspruch \u00a0 ist schwerer Traum,<br \/>\nDunkler Traum \u00a0 ist Dains Ausspruch.<\/p>\n<p>Den Zwergen schwindet \u00a0 die St\u00e4rke. Die Himmel<br \/>\nNeigen sich nieder \u00a0 zu Ginnungs N\u00e4he.<br \/>\nAlswidr\u00a0l\u00e4\u00dft \u00a0 sie oftmals sinken,<br \/>\nOft die sinkenden \u00a0 hebt er aber empor.<\/p>\n<p>Nirgend haftet \u00a0 Sonne noch Erde,<br \/>\nEs schwanken und st\u00fcrzen \u00a0 die Str\u00f6me der Luft.<br \/>\nIn Mimirs klarer \u00a0 Quelle versiecht<br \/>\nDie Weisheit der M\u00e4nner. \u00a0 Wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>Im Thale weilt \u00a0 die vorwi\u00dfende G\u00f6ttin<br \/>\nHinab von Yggdrasils \u00a0 Esche gesunken,<br \/>\nAlfengeschlechtern \u00a0 Idun genannt,<br \/>\nDie J\u00fcngste von Iwalts\u00a0 \u00e4ltern Kindern.<\/p>\n<p>Schwer ertr\u00e4gt sie \u00a0 die\u00df Niedersinken<br \/>\nUnter des Laubbaums \u00a0 Stamm gebannt.<br \/>\nNicht behagt es ihr \u00a0 bei N\u00f6rwis Tochter,<br \/>\nAn heitere Wohnung \u00a0 gew\u00f6hnt so lange.<\/p>\n<p>Die Siegg\u00f6tter sehen \u00a0 die Sorge Nannas<br \/>\nUm die niedre Wohnung: \u00a0 sie geben ihr ein Wolfsfell.<br \/>\nDamit bekleidet \u00a0 verkehrt sie den Sinn,<br \/>\nFreut sich der Auskunft, \u00a0 erneut die Farbe.<\/p>\n<p>W\u00e4hlte Widrir den W\u00e4chter der Br\u00fccke,<br \/>\nDen Giallarert\u00f6ner, die G\u00f6ttin zu fragen<br \/>\nWas sie wi\u00dfe \u00a0 von den Weltgeschicken.<br \/>\nIhn geleiten \u00a0 Loptr und Bragi.<\/p>\n<p>Weihlieder sangen, \u00a0 auf W\u00f6lfen ritten<br \/>\nDie Herscher und H\u00fcter \u00a0 der Himmelswelt.<br \/>\nOdhin sp\u00e4hte \u00a0 von Hlidskialfs Sitz<br \/>\nUnd wandte weit \u00a0 hinweg die Zeugen.<\/p>\n<p>Der Weise fragte \u00a0 die W\u00e4chterin des Tranks,<br \/>\nOb von den Asen \u00a0 und ihren Geschicken<br \/>\nUnten im Hause \u00a0 der Hel sie w\u00fcsten<br \/>\nAnfang und Dauer \u00a0 und endlichen Tod.<\/p>\n<p>Sie mochte nicht reden, \u00a0 nicht melden konnte sies:<br \/>\nWie begierig sie fragten, \u00a0 sie gab keinen Laut.<br \/>\nZ\u00e4hren scho\u00dfen \u00a0 aus den Spiegeln des Haupts,<br \/>\nM\u00fchsam verhehlt, \u00a0 und netzten die H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Wie schlafbet\u00e4ubt \u00a0 erschien den G\u00f6ttern<br \/>\nDie Harmvolle, \u00a0 die des Worts sich enthielt.<br \/>\nJemehr sie sich weigerte, \u00a0 je mehr sie dr\u00e4ngten;<br \/>\nDoch mit allem Forschen \u00a0 erfragten sie nichts.<\/p>\n<p>Da fuhr hinweg \u00a0 der Vormann der Botschaft,<br \/>\nDer H\u00fcter von Herians \u00a0 gellendem Horn.<br \/>\nDen Sohn der Nal \u00a0 nahm er zum Begleiter;<br \/>\nAls W\u00e4chter der Sch\u00f6nen \u00a0 blieb Odhins Skalde.<\/p>\n<p>Gen Wingolf kehrten \u00a0 Widrirs Gesandte,<br \/>\nBeide von Forniots \u00a0 Freunden getragen.<br \/>\nEintraten sie itzt \u00a0 und gr\u00fc\u00dften die Asen,<br \/>\nYggrs Gef\u00e4hrten \u00a0 beim fr\u00f6hlichen Mal.<\/p>\n<p>Sie w\u00fcnschten dem Odhin, \u00a0 dem seligsten Asen,<br \/>\nLang auf dem Hochsitz \u00a0 der Lande zu walten;<br \/>\nDen G\u00f6ttern, beim Gastmal \u00a0 vergn\u00fcgt sich zu reihen,<br \/>\nBei Allvater ewiger \u00a0 Ehren genie\u00dfend.<\/p>\n<p>Nach B\u00f6lwerks Gebot \u00a0 auf die B\u00e4nke vertheilt,<br \/>\nVon S\u00e4hrimnir speisend \u00a0 sa\u00dfen die G\u00f6tter.<br \/>\nSk\u00f6gul schenkte \u00a0 in Hnikars Schalen<br \/>\nDen Meth und ma\u00df ihn \u00a0 aus Mimirs Horn.<\/p>\n<p>Mancherlei fragten \u00a0 \u00fcber dem Male<br \/>\nDen Heimdal die G\u00f6tter, \u00a0 die G\u00f6ttinnen Loki,<br \/>\nOb Spruch und Sp\u00e4hung \u00a0 gespendet die Jungfrau \u2013<br \/>\nBis Dunkel am Abend \u00a0 den Himmel deckte.<\/p>\n<p>\u00dcbel, sagten sie, \u00a0 sei es ergangen,<br \/>\nErfolglos die Werbung, \u00a0 und wenig erforscht.<br \/>\nNur mit List gewinnen \u00a0 lie\u00dfe der Rath sich,<br \/>\nDa\u00df ihnen die G\u00f6ttliche \u00a0 Auskunft g\u00e4be.<\/p>\n<p>Antwort gab Omi, sie Alle h\u00f6rten es:<br \/>\n\u201eDie Nacht ist zu n\u00fctzen \u00a0 zu neuem Entschlu\u00df.<br \/>\nBis Morgen bedenke \u00a0 Wer es vermag<br \/>\nGl\u00fccklichen Rath \u00a0 den G\u00f6ttern zu finden.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber die Wege \u00a0 von Walis Mutter<br \/>\nNieder sank \u00a0 die Nahrung Fenrirs.<br \/>\nVom Gastmal schieden \u00a0 die G\u00f6tter entla\u00dfend<br \/>\nHroptr und Frigg, \u00a0 als Hrimfaxi auffuhr.<\/p>\n<p>Da hebt sich von Osten \u00a0 aus den Eliwagar<br \/>\nDes reifkalten Riesen\u00a0 dornige Ruthe,<br \/>\nMit der er in Schlaf \u00a0 die V\u00f6lker schl\u00e4gt,<br \/>\nDie Midgard bewohnen, \u00a0 vor Mitternacht.<\/p>\n<p>Die Kr\u00e4fte ermatten, \u00a0 erm\u00fcden die Arme,<br \/>\nSchwindelnd wankt \u00a0 der wei\u00dfe Schwertgott.<br \/>\nOhnmacht bef\u00e4llt sie \u00a0 in der eisigen Nachtluft,<br \/>\nDie Sinne schwanken \u00a0 der ganzen Versammlung.<\/p>\n<p>Da trieb aus dem Thore \u00a0 wieder der Tag<br \/>\nSein sch\u00f6n mit Gestein \u00a0 geschm\u00fccktes Ross;<br \/>\nWeit \u00fcber Mannheim \u00a0 gl\u00e4nzte die M\u00e4hne:<br \/>\nDes Zwergs \u00dcberlisterin \u00a0 zog es im Wagen.<\/p>\n<p>Am n\u00f6rdlichen Rand \u00a0 der n\u00e4hrenden Erde<br \/>\nUnter der Urbaums \u00a0 \u00e4u\u00dferste Wurzel<br \/>\nGingen zur Ruhe \u00a0 Gygien und Thursen,<br \/>\nGespenster, Zwerge \u00a0 und Schwarzalfen.<\/p>\n<p>Auf standen die Herscher \u00a0 und die Alfenbestralerin;<br \/>\nDie Nacht sank n\u00f6rdlich \u00a0 gen Nifelheim.<br \/>\nUlfrunas Sohn \u00a0 stieg Argi\u00f6l hinan,<br \/>\nDer Hornbl\u00e4ser, \u00a0 zu den Himmelsbergen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allvater waltet, \u00a0 Alfen verstehn, Wanen wi\u00dfen, \u00a0 Nornen weisen, Iwidie n\u00e4hrt, \u00a0 Menschen dulden,&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2235\">Read 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