{"id":2225,"date":"2014-12-10T20:02:27","date_gmt":"2014-12-10T19:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2225"},"modified":"2014-12-10T20:02:27","modified_gmt":"2014-12-10T19:02:27","slug":"grimnismal-das-lied-von-grimnir","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2225","title":{"rendered":"Grimnism\u00e2l (Das Lied von Grimnir)"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6nig Hraudung hatte zwei S\u00f6hne: der eine hie\u00df Agnar, der andere Geirr\u00f6d. Agnar war zehn Winter, Geirr\u00f6d acht Winter alt. Da ruderten Beide auf einem Boot mit ihren Angeln zum Kleinfischfang. Der Wind trieb sie in die See hinaus. Sie scheiterten in dunkler Nacht an einem Strand, stiegen hinauf und fanden einen H\u00fcttenbewohner, bei dem sie \u00fcberwinterten. Die Frau pflegte Agnars, der Mann Geirr\u00f6ds und lehrte ihn schlauen Rath. Im Fr\u00fchjahr gab ihnen der Bauer ein Schiff und als er sie mit der Frau an den Strand begleitete, sprach er mit Geirr\u00f6d allein. Sie hatten guten Wind und kamen zu dem Wohnsitz ihres Vaters. Geirr\u00f6d, der vorn im Schiffe war, sprang ans Land, stie\u00df das Schiff zur\u00fcck und sprach: fahr nun hin in b\u00f6ser Geister Gewalt. Das Schiff trieb in die See, aber Geirr\u00f6d ging hinauf in die Burg und ward da wohl empfangen. Sein Vater war eben gestorben, Geirr\u00f6d ward also zum K\u00f6nig eingesetzt und gewann gro\u00dfe Macht.<br \/>\nOdhin und Frigg sa\u00dfen auf Hlidskialf und \u00fcberschauten die Welt. Da sprach Odhin: \u201eSiehst du Agnar, deinen Pflegling, wie er in der H\u00f6hle mit einem Riesenweibe Kinder zeugt; aber Geirr\u00f6d, mein Pflegling, ist K\u00f6nig und beherrscht sein Land.\u201c Frigg sprach: \u201eEr ist aber solch ein Neiding, da\u00df er seine G\u00e4ste qu\u00e4lt, weil er f\u00fcrchtet es m\u00f6chten zu viele kommen.\u201c Odhin sagte, das sei eine gro\u00dfe L\u00fcge; da wetteten die Beiden hier\u00fcber. Frigg sandte ihr Schmuckm\u00e4dchen Fulla zu Geirr\u00f6d und trug ihr auf, den K\u00f6nig zu warnen, da\u00df er sich vor einem Zauberer h\u00fcte, der in sein Land gekommen sei, und gab zum Wahrzeichen an, da\u00df kein Hund so b\u00f6se sei, der ihn angreifen m\u00f6ge. Es war aber eine gro\u00dfe Unwahrheit, da\u00df K\u00f6nig Geirr\u00f6d seine G\u00e4ste so ungern speise; doch lie\u00df er Hand an den Mann legen, den die Hunde nicht angreifen wollten. Er trug einen blauen Mantel und nannte sich Grimnir, sagte aber nicht mehr von sich, auch wenn man ihn fragte. Der K\u00f6nig lie\u00df ihn zur Rede peinigen und setzte ihn zwischen zwei Feuer und da sa\u00df er acht N\u00e4chte. K\u00f6nig Geirr\u00f6d hatte einen Sohn, der zehn Winter alt war und Agnar hie\u00df nach des K\u00f6nigs Bruder. Agnar ging zu Grimnir, gab ihm ein volles Horn zu trinken, und sagte, der K\u00f6nig th\u00e4te \u00fcbel, da\u00df er ihn schuldlos peinigen lie\u00dfe. Grimnir trank es aus; da war das Feuer so weit gekommen, da\u00df Grimnirs Mantel brannte. Er sprach:<\/p>\n<p>Hei\u00df bist du, Flamme, \u00a0 zuviel ist der Glut:<br \/>\nLa\u00df uns scheiden, Lohe!<br \/>\nSchon brennt der Zipfel, \u00a0 zieh ich ihn gleich empor,<br \/>\nFeuer f\u00e4ngt der Mantel.Acht N\u00e4chte fanden mich \u00a0 zwischen Feuern hier,<\/p>\n<p>Da\u00df mir Niemand \u00a0 Nahrung bot<br \/>\nAls Agnar allein; \u00a0 allein soll auch herschen<br \/>\nGeirr\u00f6ds Sohn \u00a0 \u00fcber der Goten Land.<\/p>\n<p>Heil dir, Agnar, \u00a0 da Heil dir erw\u00fcnscht<br \/>\nDer Helden Herscher.<br \/>\nF\u00fcr einen Trunk \u00a0 mag kein Andrer dir<br \/>\nBe\u00dfre Gabe bieten.<\/p>\n<p>Heilig ist das Land, \u00a0 das ich liegen sehe<br \/>\nDen Asen nah und Alfen.<br \/>\nDort in Thrudheim soll Th\u00f4r wohnen<br \/>\nBis die G\u00f6tter vergehen.<\/p>\n<p>Ydalir hei\u00dft es, \u00a0 wo Uller hat<br \/>\nDen Saal sich erbaut.<br \/>\nAlfheim gaben dem Freyr \u00a0 die G\u00f6tter im Anfang<br \/>\nDer Zeiten als Zahngebinde.<\/p>\n<p>Die dritte Halle hebt sich, \u00a0 wo die heitern G\u00f6tter<br \/>\nDen Saal mit Silber deckten.<br \/>\nWalaskialf hei\u00dft sie, \u00a0 die sich erw\u00e4hlte<br \/>\nDer As in alter Zeit.<\/p>\n<p>S\u00f6kkwabeck hei\u00dft die vierte, \u00a0 k\u00fchle Flut<br \/>\n\u00dcberrauscht sie immer;<br \/>\nOdhin und Saga \u00a0 trinken alle Tage<br \/>\nDa selig aus goldnen Schalen.<\/p>\n<p>Gladsheim hei\u00dft die f\u00fcnfte, \u00a0 wo golden schimmert<br \/>\nWalhalls weite Halle:<br \/>\nDa kiest sich Odhin \u00a0 alle Tage<br \/>\nVom Schwert erschlagne M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Leicht erkennen k\u00f6nnen, \u00a0 die zu Odhin kommen,<br \/>\nDen Saal, wenn sie ihn sehen:<br \/>\nAus Sch\u00e4ften ist das Dach gef\u00fcgt \u00a0 und mit Schilden bedeckt,<br \/>\nMit Br\u00fcnnen die B\u00e4nke bestreut.<\/p>\n<p>Leicht erkennen k\u00f6nnen, \u00a0 die zu Odhin kommen<br \/>\nDen Saal, wenn sie ihn sehen:<br \/>\nEin Wolf h\u00e4ngt \u00a0 vor dem westlichen Thor,<br \/>\n\u00dcber ihm dreut ein Aar.<\/p>\n<p>Thrymheim hei\u00dft die sechste, \u00a0 wo Thiassi hauste,<br \/>\nJener m\u00e4chtige Jote.<br \/>\nNun bewohnt Skadi, \u00a0 die scheue G\u00f6tterbraut,<br \/>\nDes Vaters alte Veste.<\/p>\n<p>Die siebente ist Breidablick: da hat Baldur sich<br \/>\nDie Halle erh\u00f6ht<br \/>\nIn jener Gegend, \u00a0 wo der Greuel ich<br \/>\nDie wenigsten lauschen wei\u00df.<\/p>\n<p>Himinbi\u00f6rg ist die achte, \u00a0 wo Heimdall soll<br \/>\nDer Weihestatt walten.<br \/>\nDer W\u00e4chter der G\u00f6tter trinkt \u00a0 in wonnigem Hause<br \/>\nDa selig den s\u00fc\u00dfen Meth.<\/p>\n<p>Volkwang ist die neunte: \u00a0 da hat Freyja Gewalt<br \/>\nDie Sitze zu ordnen im Saal.<br \/>\nDer Walstatt H\u00e4lfte \u00a0 w\u00e4hlt sie t\u00e4glich;<br \/>\nOdhin hat die andre H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>Glitnir&gt; ist die zehnte; \u00a0 auf goldnen S\u00e4ulen ruht<br \/>\nDes Saales Silberdach.<br \/>\nDa thront Forseti \u00a0 den langen Tag<br \/>\nUnd schlichtet allen Streit.<\/p>\n<p>Noatun ist die eilfte: \u00a0 da hat Ni\u00f6rdr<br \/>\nSich den Saal erbaut.<br \/>\nOhne Mein und Makel \u00a0 der M\u00e4nnerf\u00fcrst<br \/>\nWaltet hohen Hauses.<\/p>\n<p>Mit Gestr\u00e4uch begr\u00fcnt sich \u00a0 und hohem Grase<br \/>\nWidars Land Widi.<br \/>\nDa steigt der Sohn \u00a0 auf den Sattel der M\u00e4hre<br \/>\nDen Vater zu r\u00e4chen bereit.<\/p>\n<p>Andhrimnir l\u00e4\u00dft \u00a0 in Eldhrimnir<br \/>\nS\u00e4hrimnir sieden,<br \/>\nDas beste Fleisch; \u00a0 doch erfahren Wenige,<br \/>\nWas die Einherier e\u00dfen.<\/p>\n<p>Geri und Freki f\u00fcttert der krieggewohnte<br \/>\nHerliche Heervater,<br \/>\nDa nur von Wein \u00a0 der waffenhehre<br \/>\nOdhin ewig lebt.<\/p>\n<p>Hugin und Munin m\u00fc\u00dfen jeden Tag<br \/>\n\u00dcber die Erde fliegen.<br \/>\nIch f\u00fcrchte, da\u00df Hugin \u00a0 nicht nach Hause kehrt;<br \/>\nDoch sorg ich mehr um Munin.<\/p>\n<p>Thundr ert\u00f6nt, \u00a0 wo Thiodwitnirs<br \/>\nFisch in der Flut spielt;<br \/>\nDes Stromes Ungest\u00fcm \u00a0 d\u00fcnkt zu stark<br \/>\nDurch Walglaumir zu waten.<\/p>\n<p>Walgrind hei\u00dft das Gitter, \u00a0 das auf dem Grunde steht<br \/>\nHeilig vor heilgen Th\u00fcren.<br \/>\nAlt ist das Gitter; \u00a0 doch ahnen Wenige<br \/>\nWie sein Schlo\u00df sich schlie\u00dft.<\/p>\n<p>F\u00fcnfhundert Th\u00fcren \u00a0 und viermal zehn<br \/>\nW\u00e4hn ich in Walhall.<br \/>\nAchthundert Einherier \u00a0 ziehn aus je einer,<br \/>\nWenn es dem Wolf zu wehren gilt.<\/p>\n<p>F\u00fcnfhundert Stockwerke \u00a0 und viermal zehn<br \/>\nWei\u00df ich in Bilskirnirs Bau.<br \/>\nVon allen H\u00e4usern, \u00a0 die D\u00e4cher haben,<br \/>\nGlaub ich meines Sohns das gr\u00f6ste.<\/p>\n<p>Heidrun hei\u00dft die Ziege \u00a0 vor Heervaters Saal,<br \/>\nDie an L\u00e4rads Laube zehrt.<br \/>\nDie Schale soll sie f\u00fcllen \u00a0 mit sch\u00e4umendem Meth;<br \/>\nDer Milch ermangelt sie nie.<\/p>\n<p>Eikthyrnir hei\u00dft der Hirsch \u00a0 vor Heervaters Saal,<br \/>\nDer an L\u00e4rads Laube zehrt.<br \/>\nVon seinem Horngeweih \u00a0 tropft es nach Hwergelmir:<br \/>\nDavon stammen alle Str\u00f6me.<\/p>\n<p>Sid und Wid, \u00a0 S\u00f6kin und Eikin, \u00a0 Sw\u00f6ll und Gunthro,<br \/>\nFi\u00f6rm und Fimbulthul,<br \/>\nRin und Rennandi, \u00a0 Gipul und G\u00f6pul,<br \/>\nG\u00f6mul und Geirwimul.<br \/>\nUm die G\u00f6tterwelt w\u00e4lzen sich \u00a0 Thyn und Win,<br \/>\nTh\u00f6ll und H\u00f6ll, \u00a0 Grad und Gunthorin.<\/p>\n<p>Wina hei\u00dft einer, \u00a0 ein anderer Wegswinn,<br \/>\nEin dritter Diotnuma.<br \/>\nNyt und N\u00f6t, \u00a0 N\u00f6nn und Hr\u00f6nn,<br \/>\nSlid und Hrid, \u00a0 Sylgr und Ylgr,<br \/>\nWid und Wan, \u00a0 W\u00f6nd und Str\u00f6nd,<br \/>\nGi\u00f6ll und Leiptr: \u00a0 diese laufen den Menschen n\u00e4her<br \/>\nUnd von hier zur Hel hinab.<\/p>\n<p>K\u00f6rmt und \u00d6rmt \u00a0 und beide Kerlaug<br \/>\nWatet Thor t\u00e4glich,<br \/>\nWenn er reitet \u00a0 Gericht zu halten<br \/>\nBei der Esche Yggdrasils;<\/p>\n<p>Denn die Asenbr\u00fccke \u00a0 steht all in Lohe,<br \/>\nHeilige Fluten flammen.<\/p>\n<p>Gladr und Gyllir, \u00a0 Gler und Skeidbrimir,<br \/>\nSilfrintopp und Sinir,<br \/>\nGisl und Falhofnir, \u00a0 Gulltopp und Lettfeti:<br \/>\nDiese Rosse reiten die Asen<br \/>\nT\u00e4glich, wenn sie reiten \u00a0 Gericht zu halten<br \/>\nBei der Esche Yggdrasils.<\/p>\n<p>Drei Wurzeln strecken sich \u00a0 nach dreien Seiten<br \/>\nUnter der Esche Yggdrasils:<br \/>\nHel wohnt unter einer, \u00a0 unter der andern Hrimthursen,<br \/>\nAber unter der dritten Menschen.<\/p>\n<p>Ratat\u00f6skr hei\u00dft das Eichhorn, \u00a0 das auf und ab rennt<br \/>\nAn der Esche Yggdrasils:<br \/>\nDes Adlers Worte \u00a0 oben vernimmt es<br \/>\nUnd bringt sie Nidh\u00f6ggern nieder.<\/p>\n<p>Der Hirsche sind vier, \u00a0 die mit krummem Halse<br \/>\nAn der Esche Aussch\u00fc\u00dfen weiden:<br \/>\nDain und Dwalin,<br \/>\nDuneyr und Durathror.<\/p>\n<p>Mehr W\u00fcrme liegen \u00a0 unter den Wurzeln der Esche<br \/>\nAls Einer meint der unklugen Affen.<br \/>\nGoin und Moin, \u00a0 Grafwitnirs S\u00f6hne,<br \/>\nGrabakr und Grafw\u00f6lludr,<br \/>\nOfnir und Swafnir \u00a0 sollen ewig<br \/>\nVon der Wurzeln Zweigen zehren.<\/p>\n<p>Die Esche Yggdrasils \u00a0 duldet Unbill<br \/>\nMehr als Menschen wi\u00dfen.<br \/>\nDer Hirsch weidet oben, \u00a0 hohl wird die Seite,<br \/>\nUnten nagt Nidh\u00f6ggr.<\/p>\n<p>Hrist und Mist \u00a0 sollen das Horn mir reichen,<br \/>\nSkegg\u00f6ld und Sk\u00f6gul,<\/p>\n<p>Hl\u00f6ck und Herfi\u00f6tr, \u00a0 Hildur und Thrudr,<br \/>\nG\u00f6ll und Geir\u00f6lul;<br \/>\nRandgrid und Rathgrid \u00a0 und Reginleif<br \/>\nSchenken den Einheriern \u00c4l.<br \/>\nArwakr und Aswidr sollen immerdar<br \/>\nSchmachtend die Sonne f\u00fchren.<br \/>\nUnter ihre Bugen \u00a0 bargen milde M\u00e4chte,<br \/>\nDie Asen, Eisenk\u00fchle.<\/p>\n<p>Swalin hei\u00dft der Schild, \u00a0 der vor der Sonne steht,<br \/>\nDer gl\u00e4nzenden Gottheit.<br \/>\nBrandung und Berge \u00a0 verbrennten zumal,<br \/>\nS\u00e4nk er von seiner Stelle.<\/p>\n<p>Sk\u00f6ll hei\u00dft der Wolf, der der scheinenden Gottheit<br \/>\nFolgt in die sch\u00fctzende Flut;<br \/>\nHati der andre, \u00a0 Hrodwitnirs Sohn,<br \/>\nEilt der Himmelsbraut voraus.<\/p>\n<p>Aus Ymirs Fleisch \u00a0 ward die Erde geschaffen,<br \/>\nAus dem Schwei\u00dfe die See,<br \/>\nAus dem Gebein die Berge, \u00a0 die B\u00e4ume aus dem Haar,<br \/>\nAus der Hirnschale der Himmel.<\/p>\n<p>Aus den Augenbrauen \u00a0 schufen g\u00fctge Asen<br \/>\nMidgard den Menschens\u00f6hnen;<br \/>\nAber aus seinem Hirn \u00a0 sind alle hartgemuthen<br \/>\nWolken erschaffen worden.<\/p>\n<p>Ullers Gunst hat \u00a0 und aller G\u00f6tter,<br \/>\nWer zuerst die Lohe l\u00f6scht,<br \/>\nDenn die Aussicht \u00f6ffnet sich \u00a0 den Asens\u00f6hnen,<br \/>\nWenn der Ke\u00dfel vom Feuer kommt.<\/p>\n<p>Iwalts S\u00f6hne gingen in Urtagen<br \/>\nSkidbladnir zu schaffen,<br \/>\nDas beste der Schiffe, \u00a0 f\u00fcr den schimmernden Freyr,<br \/>\nNi\u00f6rds n\u00fctzen Sohn.<\/p>\n<p>Die Esche Yggdrasils ist der B\u00e4ume erster,<br \/>\nSkidbladnir der Schiffe,<br \/>\nOdhin der Asen, \u00a0 aller Rosse Sleipnir,<br \/>\nBifr\u00f6st der Br\u00fccken, \u00a0 Bragi der Skalden,<br \/>\nHabrok der Habichte, \u00a0 der Hunde Garm.<\/p>\n<p>Mein Antlitz sahen nun \u00a0 der Siegg\u00f6tter S\u00f6hne,<br \/>\nSo wird mein Heil erwachen:<br \/>\nAlle Asen \u00a0 werden Einzug halten<br \/>\nZu des W\u00fcthrichs Saal,<br \/>\nZu des W\u00fcthrichs Mahl.<\/p>\n<p>Ich hei\u00dfe Grimr und Gangleri,<br \/>\nHerian und Hialmberi,<br \/>\nTheckr und Thridi, \u00a0 Thudr und Udr,<br \/>\nHelblindi und Har.<\/p>\n<p>Sadr und Swipal \u00a0 und Sanngetal,<br \/>\nHerteitr und Hnikar,<br \/>\nBileigr, Baleigr, \u00a0 B\u00f6lwerkr, Fi\u00f6lnir,<br \/>\nGrimur und Glapswidr.<\/p>\n<p>Sidh\u00f6ttr, Sidskeggr, \u00a0 Siegvater, Hnikudr,<br \/>\nAllvater, Walvater, \u00a0 Atridr und Farmatyr;<br \/>\nEines Namens \u00a0 gen\u00fcge mir nie<br \/>\nSeit ich unter die V\u00f6lker fuhr.<\/p>\n<p>Grimnir hie\u00dfen sie mich \u00a0 bei Geirr\u00f6dr,<br \/>\nBei Asmund Jalk;<br \/>\nKialar schien ich, \u00a0 da ich Schlitten zog;<br \/>\nThror dort im Thing;<br \/>\nWidr den Widersachern;<br \/>\nOski und Omi, \u00a0 Jafnhar und Biflindi,<br \/>\nG\u00f6ndlir und Harbard bei den G\u00f6ttern.<\/p>\n<p>Swidur und Swidrir \u00a0 hie\u00df ich bei S\u00f6ckmimir,<br \/>\nAls ich den alten Thursen trog,<br \/>\nUnd Midwitnirs, \u00a0 des m\u00e4ren Unholds, Sohn<br \/>\nIm Einzelkampf umbrachte.<\/p>\n<p>Toll bist du, Geirr\u00f6dr, \u00a0 hast zuviel getrunken,<br \/>\nDer Meth ward dir Meister.<br \/>\nViel verlorst du, \u00a0 meiner Liebe darbend:<br \/>\nAller Einherier und Odhins Huld.<\/p>\n<p>Viel sagt ich dir: \u00a0 du schlugst es in den Wind,<br \/>\nDie Vertrauten trogen dich.<br \/>\nSchon seh ich liegen \u00a0 meines Lieblings Schwert<br \/>\nVom Blut erblindet.<\/p>\n<p>Die schwertm\u00fcde H\u00fclle \u00a0 hebt nun Yggr auf,<br \/>\nDa das Leben dich lie\u00df:<br \/>\nAbhold sind dir die Disen, \u00a0 nun magst du Odhin schauen:<br \/>\nKomm heran, wenn du kannst.<\/p>\n<p>Odhin hei\u00df ich nun, \u00a0 Yggr hie\u00df ich eben,<br \/>\nThundr hab ich gehei\u00dfen.<br \/>\nWakr und Skilfingr, \u00a0 Wafudr und Hroptatyr,<br \/>\nGautr und Jalkr bei den G\u00f6ttern,<br \/>\nOfnir und Swafnir: \u00a0 deren Ursprung wei\u00df ich<br \/>\nAller aus mir allein.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Geirr\u00f6d sa\u00df und hatte das Schwert auf den Knieen halb aus der Scheide gezogen. Als er aber vernahm, da\u00df Odhin gekommen sei, sprang er auf und wollte ihn aus den Feuern f\u00fchren. Da glitt ihm das Schwert aus den H\u00e4nden, der Griff nach unten gekehrt. Der K\u00f6nig strauchelte und durch das Schwert, das ihm entgegenstand, fand er den Tod. Da verschwand Odhin und Agnar war da K\u00f6nig lange Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nig Hraudung hatte zwei S\u00f6hne: der eine hie\u00df Agnar, der andere Geirr\u00f6d. 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