{"id":2201,"date":"2014-11-28T20:04:21","date_gmt":"2014-11-28T19:04:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2201"},"modified":"2019-07-01T09:49:16","modified_gmt":"2019-07-01T08:49:16","slug":"voeluspa-der-seherin-ausspruch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2201","title":{"rendered":"V\u00f6lusp\u00e2 (Der Seherin Ausspruch)"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2233\" aria-describedby=\"caption-attachment-2233\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2233 size-medium\" src=\"https:\/\/www.tlausl.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Odin_og_V\u00f6lven_by_Fr\u00f8lich-300x218.jpg\" alt=\"Odin_og_V\u00f6lven_by_Fr\u00f8lich\" width=\"300\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/www.tlausl.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Odin_og_V\u00f6lven_by_Fr\u00f8lich-300x218.jpg 300w, https:\/\/www.tlausl.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Odin_og_V\u00f6lven_by_Fr\u00f8lich.jpg 972w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2233\" class=\"wp-caption-text\">Odin und V\u00f6lva<\/figcaption><\/figure>\n<p>Allen Edlen gebiet ich Andacht,<\/p>\n<p>Hohen und Niedern von <a title=\"Glossar\" href=\"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2207#Heimdall\">Heimdall<\/a>s\u00a0Geschlecht;<\/p>\n<p>ich will <a title=\"Glossar\" href=\"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2207#Walvater\">Walvater<\/a>s Wirken k\u00fcnden,<\/p>\n<p>die \u00e4ltesten Sagen, der ich mich entsinne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Riesen acht ich die Urgeborenen,<\/p>\n<p>die mich vor Zeiten erzogen haben.<\/p>\n<p>Neun Welten kenn ich, neun \u00c4ste wei\u00df ich<\/p>\n<p>an dem starken Stamm im Staub der Erde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einst war das Alter , da Ymir lebte:<\/p>\n<p>Da war nicht Sand nicht See, nicht salzige Wellen,<\/p>\n<p>nicht Erde fand sich noch \u00dcberhimmel,<\/p>\n<p>g\u00e4hnender Abgrund und Gras nirgends.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis B\u00f6rs S\u00f6hne die B\u00e4lle erhuben,<\/p>\n<p>sie die das m\u00e4chtige Midgard schufen.<\/p>\n<p>Die Sonne von S\u00fcden schien auf die Felsen<\/p>\n<p>und dem Grund ergr\u00fcnte gr\u00fcner Lauch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sonne von S\u00fcden, des Mondes Gesellin,<\/p>\n<p>hielt mit der rechten Hand \u00a0die Himmelsrosse.<\/p>\n<p>Sonne wusste nicht wo sie Sitz hatte,<\/p>\n<p>Mond wusste nicht was Macht er h\u00e4tte,<\/p>\n<p>die Sterne wussten nicht wo sie St\u00e4tte hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da gingen die Berather zu den Richterst\u00fchlen,<\/p>\n<p>hochheilige G\u00f6tter hielten Rath.<\/p>\n<p>Der Nacht und dem Neumond gaben sie Namen,<\/p>\n<p>hie\u00dfen Morgen and Mitte des Tags,<\/p>\n<p>under und Abend, die Zeiten zu ordnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Asen einten sich auf dem Idafelde,<\/p>\n<p>Hof und Heiligtum hoch sich zu w\u00f6lben.<\/p>\n<p>(\u00dcbten die Kr\u00e4fte alles versuchent,)<\/p>\n<p>Erbauten Essen und schmiedeten Erz,<\/p>\n<p>schufen Zangen und sch\u00f6n Gez\u00e4h.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie warfen im Hofe heiter mit W\u00fcrfeln<\/p>\n<p>und darbten goldener Dinge noch nicht.<\/p>\n<p>Bis drei der Thursent\u00f6chter kamen reich an Macht,<\/p>\n<p>aus Riesenheim.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da gingen die Berather zu den Richterst\u00fchlen,<\/p>\n<p>hochheilige G\u00f6tter hielten Rath,<\/p>\n<p>wer schaffen sollte der Zwerge Geschlecht<\/p>\n<p>aus Brimirs Blut und blauen Gliedern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da ward Modsognir der m\u00e4chtigste<\/p>\n<p>dieser Zwerge und Durin nach ihm.<\/p>\n<p>Noch manche machten sie menschengleich<\/p>\n<p>der Zwerge von Erde wie Durin angab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nyi und Nidi, Nordri und Sudri,<\/p>\n<p>Austri und Westri, Althiofr, Dwalin,<\/p>\n<p>Nar und Nain, Nipingr, Dain,<\/p>\n<p>Bifur, Bafur, B\u00f6mbur, Nori;<\/p>\n<p>Ann und Anarr, Ai, Mi\u00f6dwitnir.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weigr, Gandalfr, \u00a0 Windalfr, Thrain,<\/p>\n<p>Theckr und Thorin, \u00a0 Thror, Witr und Litr,<\/p>\n<p>Nar und Nyradr; \u00a0 nun sind diese Zwerge,<\/p>\n<p>Regin und Raswidr, \u00a0 richtig aufgez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fili, Kili, \u00a0 Fundin, Nali,<\/p>\n<p>Hepti, Wili, \u00a0 Hannar und Swior,<\/p>\n<p>Billingr, Bruni, \u00a0 Bildr, Buri,<\/p>\n<p>Frar, Hornbori, \u00a0 Fr\u00e4gr und Loni,<\/p>\n<p>Aurwangr, Jari, \u00a0 Eikinskjaldi.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zeit ists, die Zwerge von Dwalins Zunft<\/p>\n<p>Den Leuten zu leiten bis Lofar hinauf,<\/p>\n<p>Die aus Gestein und Kl\u00fcften strebten<\/p>\n<p>Von Aurwangs Tiefen zum Erdenfeld.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da war Draupnir und Dolgthrasir,<\/p>\n<p>Har, Haugspori, Hl\u00e4wangr, Gloi,<\/p>\n<p>Skirwir, Wirwir, Skafidr, Ai,<\/p>\n<p>Alfr und Yngwi, Eikinskjaldi.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fialar und Frosti, Finnar und Ginnar,<\/p>\n<p>Heri, H\u00f6ggstari, Hliodolfr, Moin.<\/p>\n<p>So lange Menschen leben auf Erden,<\/p>\n<p>wird zu Lofar hinauf ihr Geschlecht geleitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gingen da dreie \u00a0aus dieser Versammlung,<\/p>\n<p>m\u00e4chtige, milde Asen zumal,<\/p>\n<p>fanden am Ufer unm\u00e4chtig<\/p>\n<p>Ask und Embla und ohne Bestimmung.<\/p>\n<p>besa\u00dfen nicht Seele, und Sinn noch nicht,<\/p>\n<p>nicht Blut noch Bewegung, noch bl\u00fchende Farbe.<\/p>\n<p>Seele gab Odhin, H\u00f6nir gab Sinn,<\/p>\n<p>Blut gab Lodur und bl\u00fchende Farbe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Esche wei\u00df ich, \u00a0 hei\u00dft Yggdrasil,<\/p>\n<p>Den hohen Baum netzt \u00a0 wei\u00dfer Nebel;<\/p>\n<p>Davon kommt der Thau, \u00a0 der in die Th\u00e4ler f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Immergr\u00fcn steht er \u00a0 \u00fcber Urds Brunnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Davon kommen Frauen, \u00a0 vielwi\u00dfende,<\/p>\n<p>Drei aus dem See \u00a0 dort unterm Wipfel.<\/p>\n<p>Urd hei\u00dft die eine, \u00a0 die andre Werdandi:<\/p>\n<p>Sie schnitten St\u00e4be; \u00a0 Skuld hie\u00df die dritte.<\/p>\n<p>Sie legten Loo\u00dfe, \u00a0 das Leben bestimmten sie<\/p>\n<p>Den Geschlechtern der Menschen, \u00a0 das Schicksal verk\u00fcndend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allein sa\u00df sie au\u00dfen, \u00a0 da der Alte kam,<\/p>\n<p>Der gr\u00fcbelnde Ase, \u00a0 und ihr ins Auge sah.<\/p>\n<p>Warum fragt ihr mich? \u00a0 was erforscht ihr mich?<\/p>\n<p>Alles wei\u00df ich, Odhin, \u00a0 wo du dein Auge bargst:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der vielbekannten \u00a0 Quelle Mimirs.<\/p>\n<p>Meth trinkt Mimir \u00a0 allmorgentlich<\/p>\n<p>Aus Walvaters Pfand! \u00a0 wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihr gab Heervater \u00a0 Halsband und Ringe<\/p>\n<p>F\u00fcr goldene Spr\u00fcche \u00a0 und sp\u00e4henden Sinn.<\/p>\n<p>Denn weit und breit sah sie \u00a0 \u00fcber die Welten all.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich sah Walk\u00fcren weither kommen,<\/p>\n<p>Bereit zu reiten \u00a0 zum Rath der G\u00f6tter.<\/p>\n<p>Skuld hielt den Schild, \u00a0 Sk\u00f6gul war die andre,<\/p>\n<p>Gunn, Hilde, G\u00f6ndul \u00a0 und Geirsk\u00f6gul.<\/p>\n<p>Hier nun habt ihr \u00a0 Herians M\u00e4dchen,<\/p>\n<p>Die als Walk\u00fcren \u00a0 die Welt durchreiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da wurde Mord \u00a0 in der Welt zuerst,<\/p>\n<p>Da sie mit Geeren \u00a0 Gulweig (die Goldkraft) stie\u00dfen,<\/p>\n<p>In des Hohen Halle \u00a0 die helle brannten.<\/p>\n<p>Dreimal verbrannt \u00a0 ist sie dreimal geboren,<\/p>\n<p>Oft, unselten, \u00a0 doch ist sie am Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heid hie\u00df man sie wohin sie kam,<\/p>\n<p>Wohlredende Wala z\u00e4hmte sie W\u00f6lfe.<\/p>\n<p>Sudkunst konnte sie, Seelenheil raubte sie,<\/p>\n<p>\u00dcbler Leute \u00a0 Liebling allezeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da gingen die Berather \u00a0 zu den Richterst\u00fchlen,<\/p>\n<p>Hochheilge G\u00f6tter \u00a0 hielten Rath,<\/p>\n<p>Ob die Asen sollten \u00a0 Untreue strafen,<\/p>\n<p>Oder alle G\u00f6tter \u00a0 S\u00fchnopfer empfahn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gebrochen war \u00a0 der Burgwall den Asen,<\/p>\n<p>Schlachtkundge Wanen \u00a0 stampften das Feld.<\/p>\n<p>Odhin schleuderte \u00a0 \u00fcber das Volk den Spie\u00df:<\/p>\n<p>Da wurde Mord \u00a0 in der Welt zuerst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da gingen die Berather \u00a0 zu den Richterst\u00fchlen,<\/p>\n<p>Hochheilge G\u00f6tter \u00a0 hielten Rath,<\/p>\n<p>Wer mit Frevel h\u00e4tte \u00a0 die Luft erf\u00fcllt,<\/p>\n<p>Oder dem Riesenvolk \u00a0 Odhurs Braut gegeben?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Zorn bezwungen \u00a0 z\u00f6gerte Th\u00f4r nicht,<\/p>\n<p>Er s\u00e4umt selten \u00a0 wo er Solches vernimmt:<\/p>\n<p>Da schwanden die Eide, \u00a0 Wort und Schw\u00fcre,<\/p>\n<p>Alle festen Vertr\u00e4ge \u00a0 j\u00fcngst trefflich erdacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich wei\u00df Heimdalls Horn verborgen<\/p>\n<p>Unter dem himmelhohen \u00a0 heiligen Baum.<\/p>\n<p>Einen Strom seh ich st\u00fcrzen \u00a0 mit starkem Fall<\/p>\n<p>Aus Walvaters Pfand: \u00a0 wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00d6stlich sa\u00df die Alte \u00a0 im Eisengeb\u00fcsch<\/p>\n<p>Und f\u00fctterte dort \u00a0 Fenrirs Geschlecht.<\/p>\n<p>Von ihnen allen \u00a0 wird eins das schlimmste:<\/p>\n<p>Des Mondes M\u00f6rder \u00a0 \u00fcbermenschlicher Gestalt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihn m\u00e4stet das Mark \u00a0 gef\u00e4llter M\u00e4nner,<\/p>\n<p>Der Seligen Saal \u00a0 besudelt das Blut.<\/p>\n<p>Der Sonne Schein dunkelt \u00a0 in kommenden Sommern,<\/p>\n<p>Alle Wetter w\u00fcthen: \u00a0 wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da sa\u00df am H\u00fcgel \u00a0 und schlug die Harfe<\/p>\n<p>Der Riesin H\u00fcter, \u00a0 der heitre Egdir.<\/p>\n<p>Vor ihm sang \u00a0 im Vogelwalde<\/p>\n<p>Der hochrothe Hahn, \u00a0 gehei\u00dfen Fialar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Den G\u00f6ttern gellend \u00a0 sang Gullinkambi,<\/p>\n<p>Weckte die Helden \u00a0 beim Heervater,<\/p>\n<p>Unter der Erde singt ein andrer,<\/p>\n<p>Der schwarzrothe Hahn \u00a0 in den S\u00e4len Hels.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich sah dem Baldur,dem bl\u00fchenden Opfer,<\/p>\n<p>Odhins Sohne, \u00a0 Unheil drohen.<\/p>\n<p>Gewachsen war \u00a0 \u00fcber die Wiesen hoch<\/p>\n<p>Der zarte, zierliche \u00a0 Zweig der Mistel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von der Mistel kam, \u00a0 so dauchte mich<\/p>\n<p>H\u00e4\u00dflicher Harm, \u00a0 da H\u00f6dur scho\u00df.<\/p>\n<p>(Baldurs Bruder \u00a0 war kaum geboren,<\/p>\n<p>Als einn\u00e4chtig Odhins \u00a0 Erbe zum Kampf ging.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die H\u00e4nde nicht wusch er, \u00a0 das Haar nicht k\u00e4mmt\u2019 er,<\/p>\n<p>Eh er zum B\u00fchle trug \u00a0 Baldurs T\u00f6dter.)<\/p>\n<p>Doch Frigg beklagte \u00a0 in Fensal dort<\/p>\n<p>Walhalls Verlust: \u00a0 wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Ketten lag \u00a0 im Quellenwalde<\/p>\n<p>In Unholdgestalt \u00a0 der arge Loki.<\/p>\n<p>Da sitzt auch Sigyn \u00a0 unsanfter Geberde,<\/p>\n<p>Des Gatten waise: \u00a0 wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gewoben wei\u00df da \u00a0 Wala Todesbande,<\/p>\n<p>Und fest geflochten \u00a0 die Fe\u00dfel aus D\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Viel wei\u00df der Weise, \u00a0 weit seh ich voraus<\/p>\n<p>Der Welt Untergang, \u00a0 der Asen Fall.<\/p>\n<p>Gr\u00e4sslich heult Garm vor der Gnupah\u00f6hle,<\/p>\n<p>Die Fe\u00dfel bricht \u00a0 und Freki rennt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Strom w\u00e4lzt ostw\u00e4rts \u00a0 durch Eiterth\u00e4ler<\/p>\n<p>Schlamm und Schwerter, \u00a0 der Slidur<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>N\u00f6rdlich stand \u00a0 an den Nidabergen<\/p>\n<p>Ein Saal aus Gold \u00a0 f\u00fcr Sindris Geschlecht.<\/p>\n<p>Ein andrer stand \u00a0 auf Okolnir<\/p>\n<p>Des Riesen Biersaal, \u00a0 Brimir genannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einen Saal seh ich, \u00a0 der Sonne fern<\/p>\n<p>In Nastrand, die Th\u00fcren \u00a0 sind nordw\u00e4rts gekehrt.<\/p>\n<p>Gifttropfen fallen \u00a0 durch die Fenster nieder;<\/p>\n<p>Mit Schlangenr\u00fccken \u00a0 ist der Saal gedeckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im starrenden Strome \u00a0 stehn da und waten<\/p>\n<p>Meuchelm\u00f6rder \u00a0 und Meineidige<\/p>\n<p>(Und die Andrer Liebsten \u00a0 ins Ohr geraunt).<\/p>\n<p>Da saugt Nidh\u00f6ggr \u00a0 die entseelten Leiber,<\/p>\n<p>Der Menschenw\u00fcrger: \u00a0 wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viel wei\u00df der Weise, \u00a0 sieht weit voraus<\/p>\n<p>Der Welt Untergang, \u00a0 der Asen Fall.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Br\u00fcder befehden sich \u00a0 und f\u00e4llen einander,<\/p>\n<p>Geschwister sieht man \u00a0 die Sippe brechen.<\/p>\n<p>Der Grund erdr\u00f6hnt, \u00a0 \u00fcble Disen fliegen;<\/p>\n<p>Der Eine schont \u00a0 des Andern nicht mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unerh\u00f6rtes er\u00e4ugnet sich, \u00a0 gro\u00dfer Ehbruch.<\/p>\n<p>Beilalter, Schwertalter, \u00a0 wo Schilde krachen,<\/p>\n<p>Windzeit, Wolfszeit \u00a0 eh die Welt zerst\u00fcrzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mimirs S\u00f6hne spielen, \u00a0 der Mittelstamm entz\u00fcndet sich<\/p>\n<p>Beim gellenden Ruf \u00a0 des Giallarhorns.<\/p>\n<p>Ins erhobne Horn \u00a0 bl\u00e4st Heimdall laut,<\/p>\n<p>Odhin murmelt \u00a0 mit Mimirs Haupt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Yggdrasil zittert, \u00a0 die Esche, doch steht sie,<\/p>\n<p>Es rauscht der alte Baum, \u00a0 da der Riese frei wird.<\/p>\n<p>(Sie bangen alle \u00a0 in den Banden Hels<\/p>\n<p>Bevor sie Surturs Flamme verschlingt.)<\/p>\n<p>Gr\u00e4sslich heult Garm \u00a0 vor der Gnupah\u00f6hle,<\/p>\n<p>Die Fe\u00dfel bricht \u00a0 und Freki rennt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hrym f\u00e4hrt von Osten \u00a0 und hebt den Schild,<\/p>\n<p>J\u00f6rmungandr w\u00e4lzt sich \u00a0 im J\u00f6tunmuthe.<\/p>\n<p>Der Wurm schl\u00e4gt die Flut, \u00a0 der Adler facht,<\/p>\n<p>Leichen zerrei\u00dft er; \u00a0 los wird Naglfar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Kiel f\u00e4hrt von Osten, \u00a0 da kommen Muspels S\u00f6hne<\/p>\n<p>\u00dcber die See gesegelt; \u00a0 sie steuert Loki.<\/p>\n<p>Des Unthiers Abkunft \u00a0 ist all mit dem Wolf;<\/p>\n<p>Auch Bileists Bruder \u00a0 ist ihm verb\u00fcndet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Surtur f\u00e4hrt von S\u00fcden \u00a0 mit flammendem Schwert,<\/p>\n<p>Von seiner Klinge scheint \u00a0 die Sonne der G\u00f6tter.<\/p>\n<p>Steinberge st\u00fcrzen, \u00a0 Riesinnen straucheln,<\/p>\n<p>Zu Hel fahren Helden, \u00a0 der Himmel klafft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was ist mit den Asen? \u00a0 was ist mit den Alfen?<\/p>\n<p>All J\u00f6tunheim \u00e4chzt, \u00a0 die Asen versammeln sich.<\/p>\n<p>Die Zwerge st\u00f6hnen \u00a0 vor steinernen Th\u00fcren,<\/p>\n<p>Der Bergwege Weiser: \u00a0 wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da hebt sich Hlins anderer Harm,<\/p>\n<p>Da Odin eilt \u00a0 zum Angriff des Wolfs.<\/p>\n<p>Belis M\u00f6rder\u00a0 mi\u00dft sich mit Surtur;<\/p>\n<p>Schon f\u00e4llt Friggs \u00a0 einzige Freude.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht s\u00e4umt Siegvaters \u00a0 erhabner Sohn<\/p>\n<p>Mit dem Leichenwolf, \u00a0 Widar, zu fechten:<\/p>\n<p>Er st\u00f6\u00dft dem Hwedrungssohn \u00a0 den Stahl ins Herz<\/p>\n<p>Durch g\u00e4hnenden Rachen: \u00a0 so r\u00e4cht er den Vater.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da kommt geschritten \u00a0 Hlodyns sch\u00f6ner Erbe,<\/p>\n<p>Wider den Wurm \u00a0 wendet sich Odins Sohn.<\/p>\n<p>Muthig trifft ihn \u00a0 Midgards Segner.<\/p>\n<p>Doch f\u00e4hrt neun Fu\u00df weit \u00a0 Fi\u00f6rgyns Sohn<\/p>\n<p>Weg von der Natter, \u00a0 die nichts erschreckte.<\/p>\n<p>Alle Wesen m\u00fc\u00dfen \u00a0 die Weltstatt r\u00e4umen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schwarz wird die Sonne, \u00a0 die Erde sinkt ins Meer,<\/p>\n<p>Vom Himmel schwinden \u00a0 die heitern Sterne.<\/p>\n<p>Glutwirbel umw\u00fchlen \u00a0 den alln\u00e4hrenden Weltbaum,<\/p>\n<p>Die hei\u00dfe Lohe \u00a0 beleckt den Himmel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da seh ich auftauchen \u00a0 zum andernmale<\/p>\n<p>Aus dem Wa\u00dfer die Erde \u00a0 und wieder gr\u00fcnen.<\/p>\n<p>Die Fluten fallen, \u00a0 dar\u00fcber fliegt der Aar,<\/p>\n<p>Der auf dem Felsen \u00a0 nach Fischen weidet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Asen einen sich \u00a0 auf dem Idafelde,<\/p>\n<p>\u00dcber den Weltumspanner \u00a0 zu sprechen, den gro\u00dfen.<\/p>\n<p>Uralter Spr\u00fcche \u00a0 sind sie da eingedenk,<\/p>\n<p>Von Fimbultyr \u00a0 gefundner Runen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da werden sich wieder \u00a0 die wundersamen<\/p>\n<p>Goldenen B\u00e4lle \u00a0 im Grase finden,<\/p>\n<p>Die in Urzeiten \u00a0 die Asen hatten,<\/p>\n<p>Der F\u00fcrst der G\u00f6tter \u00a0 und Fi\u00f6lnirs Geschlecht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da werden unbes\u00e4t \u00a0 die \u00c4cker tragen,<\/p>\n<p>Alles B\u00f6se be\u00dfert sich, \u00a0 Baldur kehrt wieder.<\/p>\n<p>In Heervaters Himmel \u00a0 wohnen H\u00f6dur und Baldur,<\/p>\n<p>Die walweisen G\u00f6tter. \u00a0 Wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da kann H\u00f6nir selbst \u00a0 sein Loo\u00df sich kiesen,<\/p>\n<p>Und beider Br\u00fcder \u00a0 S\u00f6hne bebauen<\/p>\n<p>Das weite Windheim. \u00a0 Wi\u00dft ihr was das bedeutet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einen Saal seh ich \u00a0 heller als die Sonne,<\/p>\n<p>Mit Gold bedeckt \u00a0 auf Gimils H\u00f6hn:<\/p>\n<p>Da werden bew\u00e4hrte \u00a0 Leute wohnen<\/p>\n<p>Und ohne Ende \u00a0 der Ehren genie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da reitet der M\u00e4chtige \u00a0 zum Rath der G\u00f6tter,<\/p>\n<p>Der Starke von Oben, \u00a0 der Alles steuert.<\/p>\n<p>Den Streit entscheidet er, \u00a0 schlichtet Zwiste,<\/p>\n<p>Und ordnet ewige \u00a0 Satzungen an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun kommt der dunkle \u00a0 Drache geflogen,<\/p>\n<p>Die Natter hernieder \u00a0 aus Nidafelsen.<\/p>\n<p>Das Feld \u00fcberfliegend \u00a0 tr\u00e4gt er auf den Fl\u00fcgeln<\/p>\n<p>Nidh\u00f6ggurs Leichen \u2014 und nieder senkt er sich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[Fortsetzung folgt&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allen Edlen gebiet ich Andacht, Hohen und Niedern von Heimdalls\u00a0Geschlecht; ich will Walvaters Wirken k\u00fcnden,&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.tlausl.de\/?page_id=2201\">Read 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